Wort zum Sonntag (Dreifaltigkeitssonntag)

Liebe Schwestern und Brüder!

Das „Wort zum Sonntag“ kommt diesmal als Text – und eine Woche später!
„Alle guten Dinge sind drei“ – viele von uns kennen dieses Sprichwort! Aber warum eigentlich „drei“? Warum nicht „zwei“ oder „fünf“ oder „neun“?
Drei scheint also eine besondere, eine positive Zahl zu sein. Vielleicht gibt es auch deshalb die „Hl. Drei Könige“, die „Drei Musketiere“ oder auch die „Hl. Dreifaltigkeit“? Denken sie auch auch an die Aufforderung „Dreimal dürfen Sie raten!“
Die Zahl „drei“ hat in der Zahlensymbolik, den Volksbräuchen, der Mythologie und Religion immer eine sehr große Rolle spielt.
Aber woher kommt das Sprichwort?
Der Ursprung liegt im Rechtswesen. Das Thing war bei den Germanen die Volks-, Heeres- und Gerichtsversammlung, die dreimal im Jahr stattfand.
Ein Angeklagter hatte also dabei genau drei Chancen, sich den Richtern zu stellen. Erschien er auch beim dritten Mal nicht zur Verhandlung, wurde er in Abwesenheit verurteilt. Auf altgermanisch hießen diese Gerichtsversammlungen “Thing”, es hieß also ursprünglich “Aller guten Thinge sind drei”. Er hatte also dreimal die Möglichkeit, sich zu erklären und verteidigen. Erst dann wurde er „dingfest“ gemacht, also verhaftet.

In der Hl. Schrift sind es drei Männer, die Abraham aufsuchen und Gott selber versinnbildlichen. (Gen 18,2). Die drei Männer im Feuerofen bezeugen das Erbarmen und die Macht Gottes (Dan 3), die drei Magier kommen (Mt 2), um das Jesuskind anzubeten,  die drei Jünger sind bei der Verklärung des Herrn dabei (Mt 17,1), drei Frauen mit dem Namen Maria stehen unter dem Kreuz Jesu (Joh 19,25) …
Am vergangenen Sonntag haben wir das Fest „Hl. Dreifaltigkeit“ gefeiert und damit diese positive Beziehung zwischen Vater, Sohn und Geist, die also die Vollkommenheit darstellt.
Warum ich das alles schreibe?
Seit Anfang Juni sind wir ein Dreier-Team: Pfarrer, Pastor und Kaplan! Wir sind nicht die Vollkommenheit: jeder bringt seine eigenen Begabungen und Fähigkeiten, seine Ecken und Kanten mit ein.  Für ein Jahr werden wir den Weg im Pastoralbereich Hannover West nun als Priester gehen – denn Kaplan Björn Schulze wird noch ein Jahr bei uns bleiben.  Vielleicht werden wir, werden Sie gerade deshalb sagen: „Alle guten Dinge sind drei“!
In diesem Sinne noch einmal ein herzliches Willkommen an Pastor Dr. Kafuti!

Auf gute Zusammenarbeit im Pastoralteam und den Gremien!

Christoph Lindner, Pfr.

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