Weihnachten – ein Kind begreift

 Ein Posaunenengel im lockigen Haar gibt sich ein Stelldichein mit einem Schaukelpferd, das vermutlich ein braver Junge  vom Christkind bekommt. Pakete, Puppe und Teddybär schauen auch sehnlichst aus nach Käufern.
Ein Haus, in dem man Geschenke kaufen kann. Ein Kauf-Haus.
Ein Kind begreiftUnd wir, die KäuferInnen und Käufer packen in unsere Wohnstuben diese schönen und teuren Dinge
unter den Weihnachtsbaum. Ach, diese Glitzerwelt des Weihnachtsfestes.
Wäre Christus nicht damals geboren und hätten die Leute nicht tausend schöne Geschichten darum erfunden,
müsste man um das winterliche Gemüt andere Geschichten spinnen.

Doch ein Mensch, ein Kind begreift.
Es lässt sich nicht ablenken von dem verlockenden Schaufenster.
Gott sei Dank ist es arm genug,
sich von diesem unerhörten Geschehen,
dass ein Mensch Gott wird,
beschenken zu lassen. Kaufen kann es nichts.
Seine Hände sind leer, wie die der jungen Frau mit dem göttlichen Kind auf dem Schoß.
Das Geheimnis der leeren Hände schenken sich Gott und Mensch in dieser heiligen Nacht:
Ein armer, hilfloser Gott – als Kind – und ein armes, hilfloses Kind: der Mensch.
Zwar ist das Schaufenster hell und leuchtend
und dieses Weihnachtsgeschehen eher dunkel.
Doch ist es in seinen wenigen Farben wirklich und nah.

Da leuchtet etwas, da blüht Hoffnung auf.
Da ist Menschlichkeit.
Ein Kind begreift, was Weihnachten ist.

FROHE GESEGNETE WEIHNACHTEN

Beate Heinen, geboren 1944 in Essen, studierte Malerei, Grafik, plastisches Gestalten, Fotografie und Kunstglaserei. Jedes Jahr fertig die Künstlerin ein Weihnachtsbild und eine Meditation. Quelle: Weihnachten, Beate Heinen, 1982 ars liturgica Buch- und Kunstverlag MARIA LAACH, Nr. 5349

 

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