Was ist, wenn der Pfarrer wechselt?

Hoher Besuch am Donnerstag, 10. Juli, in St. Raphael. Zur Pastoralratssitzung unserer Kirchengemeinde waren aus der Bistumsleitung Herr Domkapitular Pohner, Leiter der Hauptabteilung Pastoral, und der stellvertretende Leiter, Herr PR Martin Wrasmann, zuständig für die Weiterentwicklung pastoraler Strukturen, erschienen. Anlass dazu war der Antrag des Leitungsgremiums unserer Pfarrgemeinde, die anstehende Pastoralratswahl zu verschieben.

Beide Herren der Bistumsleitung lobten die pastorale Weiterentwicklung in Garbsen seit dem Zusammenschluss der drei Garbsener Kirchengemeinden vor 10 Jahren. Im Pastoralrat und seinen Ausschüssen wurde durch das Engagement vieler Ehrenamtlicher und vertrauensvoller Zusammenarbeit und Mitwirkung bei der Leitung der großen Pfarrei und ihrer Arbeitsfelder im großen Maße dazu beigetragen, dass St. Raphael als gutes Beispiel für eine geglückte Fusion genannt werden konnte.

Diese fruchtbare Zusammenarbeit war durch den Pfarrerwechsel im Dezember 2013 unterbrochen. In den letzten acht Monaten resignierten viele Ehrenamtliche, Gemeindemitglieder zeigten sich verwundert und enttäuscht über die von Herrn Pfarrer Brosig verfügten und angestrebten Veränderungen. Eine Kommunikation und ein echter Dialog mit dem neuen Pfarrer fand nicht statt. Die Mitglieder des Pastoralrates und mehrere anwesende Gemeindemitglieder baten dringend um Hilfe und Unterstützung durch den Bischof.

Herr Pohner und Herr Wrasman teilten die Zweifel des Pastoralrates, in dieser unbefriedigenden Situation Gemeindemitglieder zu bewegen und zu motivieren, ab Herbst 2014 in einem zu wählenden Pastoralrat mitzuwirken. So wurde ein weiteres Treffen mit der Bistumsleitung vereinbart am 29. Juli um 19:30 in St. Raphael. Dann sollen Hilfsangebote und weitere Maßnahmen genannt werden. Der Verschiebung der Pastoralratswahlen auf das Jahr 2015 hat Herr Domkapitular Pohner bereits zugestimmt.

Mehrfach wurde auf den Zwischenbericht „Gemeinsame Verantwortung in lokalen Gemeinden der Pfarreien“ hingewiesen, der auf den Bistumsseiten veröffentlicht wurde. Folgenden Absatz daraus unterstrich Domkapitular Pohner mit der Bemerkung “Der Bischof hat´s unterschreiben. Das ist Gesetz!”

Was ist, wenn der Pfarrer wechselt?

Lokale Leitungsteams sind Garanten der Kontinuität und brauchen Verlässlichkeit. Die Personalauswahl eines neuen Pfarrers, Diakons oder der Hauptberuflichen berücksichtigt die pastoralen Entwicklungen der Pfarrei.lokaleKirchenentwicklung

Ein neuer Pfarrer kann die bislang gesetzten pastoralen Schwerpunkte einer Gemeinde nicht einfach ignorieren. Falls es innerhalb der Pfarrei zu einem nicht lösbaren inhaltlichen Konflikt kommen sollte, gibt es ein geregeltes Verfahren über eine übergeordnete Instanz, wie damit umzugehen ist.

Zum weiterlesen und informieren:  http://www.bistum-hildesheim.de/bho/dcms/sites/bistum/gesellschaft/lokale_kirchenentwicklung/index.html

6 thoughts on “Was ist, wenn der Pfarrer wechselt?

  1. Gregor

    Habe heute morgen (02.09.2014) den Artikel in der HAZ/Leine-Zeitung Garbsen über unseren neuen Pfarrer gelesen. Gibt es denn nichts Erfreuliches in der Pfarrgemeinde? Keine Neugier auf die Menschen, auf das Leben in den Stadtteilen, auf die Ökumene? Schade. Ich erfahre vom “Schrecken” beim Einzug über nicht ordnungsgemäß ausgeführte Arbeiten. Ich lese von sich verschärfender Finanzsituation und defekter Orgel, von Arbeitszeitreduzierungen und aussterbenden Freiwilligen. Nichts erfahre ich über die Ideen, die der neue Pfarrer mitbringt, von der Freude darauf, etwas in und mit der Gemeinde gestalten zu können, gar über die frohe Botschaft, die er zu verkündigen hat. Der Artikel stimmt mich traurig. Und er stimmt ein auf das, was offenbar bevorsteht: “Abschied von Liebgewordenem”, “Handlungsbedarf” bei der Reduzierung auf allen Ebenen (Kirchen, Aktivitäten,… ). Ist Pessimismus angesagt? Keine guten Nachrichten.

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    1. Elisabeth Patzal

      Ich hatte genau Deine Gedanken beim Lesen, Gregor. Ist das noch die Gemeinde, in der ich bisher gern gelebt habe?
      Welcher Freiwillige wird wohl in dieser schwarzen Suppe rühren wollen, die sich hier darstellt?
      Schade, schade…….

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  2. Adrians, Herbert

    Hallo liebe besorgte Gemeindemitglieder,
    ich beabsichtige meinen Wohnort für eine Weile in Eure Gemeinde zu legen. Was bedrückt Euch denn so sehr? Zu wenig Personal? Ihr habt in Garbsen 3 Kirchen und ich war mal vor einem Jahr in St. Raphael, es hat mir sehr gefallen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Herbert Adrians

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    1. Bernhard

      Lieber Herr Adrians,

      willkommen in Garbsen. Und wenn Sie dann auf dem Kirchplatz nach dem Gottesdienst die Gelegenheit haben, mit anderen Gottesdienstbesuchern oder dem neuen Pfarrer zu sprechen, dann kann sicher auch darüber gesprochen werden, was die katholische Gemeinde in Garbsen und Marienwerder bedrückt.

      Bis dahin
      Bernhard

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  3. Bernhard

    Liebe Andrea,
    nach nichtöffentlicher Zusammenkunft des Pastoralrates – auch eine Tagesordnung wurde nicht ausgehängt – kann man nur hören, das die Stimmung bei den gewählten Pastoralratsmitgliedern auf dem Tiefpunkt ist. Sollte der Absatz “Was ist wenn der Pfarrer wechselt” im erwähnten vom Bischof unterzeichneten Bericht doch nur eine Beschwichtigung sein?

    Wenn die brennenden Konflikte nicht bald gelöst werden, dann zerbricht die katholische Gemeinde in Garbsen und Marienwerder. Es ist keine Lösung, einen Pastoralrat zu wählen nur mit neuen unerfahrenen Mitgliedern, um damit die großen Probleme unserer Gemeinde unter den Teppich zu kehren.

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  4. Andrea Kaiser

    Hallo Bernhard,

    Du hast den Ablauf des Abends sehr gut wiedergegeben und zusammengefasst, nun wollen wir auf eine gute Lösung hoffen.

    Herzliche Grüße

    Andrea

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