Schlagwort-Archive: Neuland

„Willkommen in Garbsen“

Wie unsere Gemeinde die Flüchtlinge hilfreich mit begleitet

MARSPOINT und NEULAND sind zwei Projekte unserer Kirchengemeinde, die sich seit Jahren vorallem auch für Migranten einsetzen: Hausaufgabenhilfe und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, Anlaufstelle bei Fragen und  Unterstützung, Deutschkurse, Treffpunkte zum Austausch, ein Café zum Klönen für Erwachsene.

Anfang des Jahres lud die Stadt einzelne Bürger/innen und soziale Institutionen ein, um zusammen nach Möglichkeiten zu suchen, den in zunehmender Zahl ankommenden Menschen aus Kriegs- und Notgebieten der Erde ein wertschätzendes und hilfreiches An- und Willkommen in Garbsen zu geben.

Die Stadt erhält eine Woche vor Eintreffen Herkunft und Namen der Familien mit Anzahl und Alter der Kinder, hält Wohnungen für sie bereit, begrüßt sie und bringt sie in ihre Unterkunft.

Das Diakonische Werk und NEULAND übernehmen die Erstaufnahme der Flüchtlinge. Doch die ankommenden Menschen brauchen mehr. Die ersten 20 Ehrenamtlichen haben eine Ausbildung zum Integrationslotsen abgeschlossen, um nach ihren Möglichkeiten die Hilfesuchenden zu unterstützen und zu begleiten.

In unserem caritativen Sozialprojekt NEULAND ist Frau Kathrin Osterwald von unserer Kirchengemeinde angestellt. Ihre Stundenzahl konnte durch die Finanzierung der Stadt erhöht werden: Sie ist ab dem 1.5. die Koordinatorin der Integrationslotsen. Sie hat bereits die ersten Integrationslotsen in Familien vermittelt, die nun z.B. bei der Schulanmeldung der Kinder oder Behördengängen unterstützen, Deutschkurse möglich machen und Hilfen bei Alltagsfragen geben

Freiwillige, die bereit sind, sich für die Flüchtlinge zu engagieren, aber keine Ausbildung machen möchten, bilden einen Unterstützerkreis.

Die evangelische Kirche hat Pastor Grahe in Altgarbsen einen Teil seiner Arbeitszeit für diese caritative Aufgabe freigestellt. Er sammelt die Unterstützer in einer „Talente-Übersicht“. Wenn dann konkrete Hilfe gebraucht wird, kann er jemanden dafür ansprechen: mit Kindern lesen üben oder spielen, bei Begegnungstreffen (Café der Begegnungen) mithelfen, Deutschkurs für kleine Gruppen anbieten, beim Übersetzen helfen, beim Einkaufen…….

Außerdem leitet er den Kreis „Willkommen in Garbsen“, in dem Hauptamtliche der Stadt, der Kirchen und andere sozialer Einrichtungen im Austausch vernetzt sind, und er informiert im Internet unter:

www.herzlich-will.com

Wenn Sie mithelfen wollen…

sprechen Sie bitte Frau Osterwald bei NEULAND an. Jeden Freitag ist sie von 9:00-12:00 immer im Nachbarschaftsladen anzutreffen.

Wenn Sie zum Unterstützerkreis gehören wollen…

nehmen Sie bitte mit Pastor Grahe oder Bärbel Smarsli Kontakt auf.

Wenn Sie ein neues Gemeinde-Projekt mittragen wollen…

sprechen Sie bitte mit Frau Bärbel Smarsli.

Wenn Sie möchten, dass die „Willkommenskultur“ wächst….

seien Sie bitte wachsam, wenn Sie Ablehnung gegenüber Fremden erleben, und wenn Sie in sich Unbehagen gegenüber Migranten spüren, versetzen Sie sich einen Moment in sie hinein… und denken Sie an das Wort Jesu: „Ich war fremd, und ihr habt mich (nicht) aufgenommen“, als einen Satz, an dem sich in Gottes Augen der Himmel (auf Erden) entscheidet – und damit auch ein bereicherndes Miteinander aller Menschen in unserer Kirchengemeinde und in unserer Stadt.

Text: Bärbel Smarsli und Kathrin Osterwald

Neuland – Angebotsübersicht

Im Nachbarschaftsladen
in der Wilhelm-Reime-Str. 2, Tel. (05131) 97 225
Offene Tür  Montag, Mittwoch und Freitag, 09:00 – 12:00 Uhr 

In der Liebermannstr. 25
Hausaufgabenhilfe  Montag und Mittwoch,  14:30 – 16:00 Uhr
Internationaler Frauentreff Dienstag, 10:00 – 12:00 Uhr

Sprachkurse
i
m Kirchenzentrum Silvanus und an anderen Orten finden verschiedene Kurse zum Erlernen der deutschen Sprache statt. Bitte bei Interesse dazu im Nachbarschaftladen nach freien Plätzen erkundigen bzw. sich dort anmelden.

Café Kronsberg ist im Sommer auf der Wiese am Franziskusweg beim Krippenhaus
von 15:30 – 17:00 Uhr jeden 1.+3. Dienstag im Monat.

Die Fahrradwerkstatt im Kirchenzentrum der Silvanuskirche, Auf dem Kronsberg 32, 
ist laut nachfolgendem Plan geöffnet.  Gerne nehmen wir Spenden von Fahrrädern entgegen.
Für Entgegennahme oder eine Abholung bitte mit dem Nachbarschaftsladen Kontakt aufnehmen. Auch können Sie nach gebrauchten Fahrrädern fragen. Diese werden gegen eine kleine Kostenpauschale abgegeben.

 

Kirche geht gemeinsam

Kirche geht …. am besten miteinander

Es ist sicher gut, dass wir für bestimmte Bereiche auch Fachwörter Benutzen. Das hilft in mehr allgemeingültiger Form über Dinge zu reden. Die Kehrseite ist dann manchmal, dass es sehr weit weg klingt, nichts mit dem eigenen Leben vor Ort zu tun zu haben scheint: Diakonie, Caritas, diakonischer Grundvollzug des Christ- und Kircheseins beispielsweise. Dabei geht es aus meiner Sicht doch um die ganz einfache und weithin gelebte Nächstenliebe. Sie ist auch heute noch so selbstverständlich, dass viele sie gar nicht bewusst wahrnehmen:

“Soll ich dir einen Kaffee mit reinbringen? Natürlich nehme ich das Paket für die Nachbarin an. Kommen sie, ich halte ihnen die Tür auf. Sind Sie mit dem Wagen da oder kann ich sie mitnehmen? ….“

Sie fängt beim wohlwollenden, aufmerksamen Blick für den Mitmenschen an, in Ehe und Familie, Nachbarschaft, Vereinen, Kirche, Arbeitswelt und Öffentlichkeit. Dabei geht es auch nicht um Dienstleistungen, sondern vielmehr um ein menschenwürdiges, schönes und sinnerfülltes Miteinander. So drückt sie, auch da wo es nicht ausdrücklich und reflektiert geschieht, gemeinsame Gotteskindschaft aus.

Da wo dieses selbstverständliche Miteinander nicht ausreicht um den Hilfebedarf in besonderen Situationen abzudecken, oder Menschen gar nicht in solch tragenden Lebensbezügen stehen, ist es gut und sinnvoll, dass es Gruppen, Vereinigungen und Verbände gibt, die über das normale Maß hinaus Kontakt und Hilfe organisieren. Auch in unserer Gemeinde geschieht das, meist im Verborgenen, auf nahezu allen Ebenen. Im Pfarrbüro oder bei Kontakten im Rahmen kirchlicher Handlungen werden Hilfebedarfe sichtbar, in den Gemeindegruppen reden Menschen miteinander, weisen auf Probleme hin und helfen oder vermitteln Hilfe. Unsere Kindertagesstätten versuchen als Familienzentren ihre besonderen Möglichkeiten für die Familien einzusetzen. In unseren Kirchorten gibt es Besuchsdienst- und Austrägergruppen, die Kontakte ermöglichen und halten und so Menschen die Möglichkeit geben teilzunehmen am Miteinander.

Eine wichtige Rolle Hilfe vor Ort – und sogar weltweit – zu unterstützen spielen auch das Bistum, kirchliche Verbände und Gruppen, wie Kolping, KAB, Frauenkreise, Wort des Lebens-Kreis, KFD, Männerverein, Männergemeinschaft, Malteser, Caritasverband, Caritaskonferenzen, Bolivienkreis und Indienpartnerschaft und nicht zu Letzt die Kommune. Doch immer bleibt Ausgangspunkt und Ziel der Mensch, den wir als Gottes Geschöpf betrachten.

Das unterscheidet dann auch Nächstenliebe von Dienstleistung. Nächstenliebe versucht den in Not geratenen Mitmenschen zu erheben, aufzurichten und begegnet ihm von Anfang an als Schwester bzw. Bruder. Für den Evangelisten Johannes ist dienende Nächstenliebe so wichtig, dass er uns Jesus zeigt, wie dieser im Abendmahlssaal den anderen die Füße wäscht, bevor er mit ihnen das Mahl der Gemeinschaft einnimmt.

Als Christen in Garbsen und Marienwerder versuchen wir das auch heute im alltäglichen Leben umzusetzen und ich finde an vielen Stellen gelingt das ziemlich gut.

Thomas Müller, Diakon

 

Caritas als Grundvollzug der Kirche

Caritas als GrundvollzugDer Caritasaus­schus­ses unserer Gemeinde möchte anre­gen, das soziale Enga­ge­ment der Pfarr­gemeinde aus der Per­spek­tive der Got­tes­bot­schaft Jesu, sei­ner Auf­for­de­rung zur Nach­folge, zu betrach­ten. Die ver­schie­de­nen Dienste der Cari­tas wer­den somit als eine Weise ver­stan­den, die Got­tes Dasein für die Men­schen, seine ver­bor­gene, hei­lende Gegen­wart im All­tag der Men­schen sicht­bar und erleb­bar macht. In der Nach­folge Jesu, der Nach­ah­mung sei­ner bedin­gungs­lo­sen Zuwen­dung zu den Men­schen, ist Cari­tas Kir­che par excel­lence!   Ewald Wirth, 13.05.2013: Caritas als Grundvollzug der Kirche