St. Raphael wanderte im September im Calenberger Land

   Im Jahre 1495 erbte Herzog Erich I. das Fürstentum Calenberg. Er beschrieb die Grenzen seines Fürstentums wie folgt: „Es ist das Land zwischen Leine und Deister“. Und in dieses Calenberger Land führte die zweite Wanderung nach der Corona-Pause. Wanderziel war der Süllberg, dem Deister zwischen den Orten Steinkrug und Holtensen vorgelagert.

23 Wanderfreunde und -freundinnen hatten sich eingefunden und vor St. Raphael versammelt. Mit privaten PKW ging es zum Startort der Wanderung, nach Holtensen. In der schönen ev.-luth. Kirche in Holtensen konnten wir unsere kurze Wanderandacht halten unter Beachtung der vorgeschriebenen Corona-Richtlinien. Der Turm der Kirche ist der älteste Bauteil, er stammt aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, also aus romanischer Zeit. Aus dem 15. Jahrhundert sind Deckenmalereien im Kirchenschiff erhalten. Das wichtigste Kunstwerk in der Kirche ist ein Bronzekreuz, ein ehemaliges Vortragekreuz, das jetzt als Altarkreuz dient. Es wird datiert auf das zweite Drittel des 12. Jahrhunderts und dürfte damit die älteste Skulptur im Calenberger Land sein. Der gekreuzigte Jesus ist dargestellt mit neben einander gestellten Füßen, es handelt sich also um ein sehr seltenes Viernagelkreuz.

Nach Andacht und Kunstgenuß ging die Wanderung zum Süllberg zunächst von Holtensen in Richtung Lüdersen. Über dem Ihmetal waren Deister, Gehrdener und Benther Berg  gut zu sehen. Bis Weetzen und Gehrden reichte der Blick und weiter bis zur Silhouette von Hannover. An der Wolfsbergquelle wurde kurz gerastet, und dann ging es bergan auf den Wolfsberg, einer Anhebung im Süllberg. Am Waldrand fand sich ein Rastplatz mit herrlichem Blick ins Calenberger Land. Der Weg führte an einem Hexenhäuschen (früher ertönte hier auf Klingeldruck das Lied: Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald……..)  vorbei ins Bergdorf Lüdersen, wo im Gasthaus Alexandros das Mittagessen auf uns wartete.

Der Anstieg zum Süllberg begann nach dem obligatorischen Ouzo im Restaurant. Über den Kammweg durch herrlichen Buchenwald erreichte die Gruppe den „Gipfel“ in 198 m Höhe. J. von Eichendorffs Gedicht „Wem Gott will rechte Gunst erweisen……….“ erfreute alle (einige konnten es noch auswendig!). Der Abstieg nach Holtensen war bald geschafft. Und dort endete eine interessante, vielseitige Wanderung im Land zwischen Leine und Deister.
Text: Wanderführer Ferdinand Koch
Bilder: Wanderführerin Carola Cordes

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