St. Raphael wanderte im Juli zum Bickbeernhof Brokeloh

Bei idealem Wanderwetter – trocken und nicht zu heiß – machten sich 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Wandergruppe St. Raphael vom Bickbeernhof Brokeloh aus auf den Weg. Auf dem lag schon nach kurzer Strecke inmitten der Moorlandschaft das Rittergut Brokeloh, ein idyllisches Anwesen mit einer wechselvollen, tausendjährigen Geschichte. Erst als Herrensitz genutzt, dann von dem Adelsgeschlecht derer von Münchhausen zum Schloss ausgebaut. Heute ist es schon fast 300 Jahre im Eigentum einer Familie, die auch die dazugehörigen Ländereinen bewirtschaftet. Ehe wir vom Dorfrand aus den Hermann-Löns-Weg erreichten, fiel unser Blick auf eine alte, nostalgisch anmutende gelbe Telefonzelle am Straßenrand und ein danebenstehendes gelbes Postfahrrad. In dem Korb, in dem früher die Tasche des Postboten mit den Briefen ihren Platz hatte, blühten bunte Sommerblumen. Auf kleinen Regalen in der Telefonzelle konnte man Modelle von landwirtschaftlichen Fahrzeugen bewundern. Eine witzige Idee!
Nach knapp der Hälfte des Weges erreichten wir eine leichte Erhebung, den Tempelberg, von wo man den Blick bis zur Porta Westfalica schweifen lassen konnte. Angeblich haben die alten Germanen dort ihre Götterfeste gefeiert und den Ort vielleicht sogar als Thingplatz genutzt. Woran es aber keinen Zweifel gibt? Die Brokeloher veranstalten dort jedes Jahr ihr Osterfeuer, haben eine Schutzhütte errichtet und den Platz im Rahmen des „Land-Art“ Projektes mit Tier-Metallskulpturen auf Steinen gestaltet. Ein idealer Platz für unsere Rast und eine Information über das Leben von Hermann Löns. Da gab es Verwunderliches zu hören, was dann auf unserem weiteren Weg durch Feld und Flur für reichlich Gesprächsstoff sorgte. Schade, dass die Heide noch nicht blühte. Winzige rosafarbene Punkte waren an den Pflanzen aber schon bei genauerem Hinsehen zu erkennen, die aber noch Zeit brauchen, um sich zu einer blühenden Heidelandschaft zu entwickeln.
Vor dem Erreichen unseres Ziels machten wir noch einen kleinen Abstecher, um auf den westlich unserer Route gelegenen Heye Glas See einen Blick zu werfen. Danach hatten wir nur noch eine kurze Strecke zu bewältigen, ehe wir am Bickbeernhof ankamen und Durst und Hunger mit vielfältigen Blaubeerprodukten stillen konnten. Saft, Schorle oder Obstwein zu Hefeklößen oder Kartoffelpuffern mit Blaubeerkompott waren ein solcher Genuss, dass die Idee aufkam, den Bickbeernhof im nächsten Jahr als Wanderziel wieder einzuplanen.
Bild und Text: Ursula Cordes

 

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