Pfarrer Propst Tenge teilt Personalveränderungen mit!

Auf diesem Wege gebe ich folgende offizielle Personalinformationen an Sie weiter:

Zum 01.09.2016 wird der neue Pfarrer für St. Raphael eingeführt!
Die Bekanntmachung seines Namens erfolgt im März 2016.
Dann werden wir für ein gutes Kennenlernen auch schon vor der Einführung sorgen.  

Pastor Baumert

Pastor Baumert

Zum 16.02.16 wird Bernhard Baumert, ehem. Pfarrer in Bad Münder, 
die Aufgaben als Pastor der Pfarrgemeinde St. Raphael übernehmen.
Er steht der Pfarrgemeinde somit zusätzlich zur Verfügung.
Er wird zunächst im Pfarrhaus von St. Raphael wohnen.

Zum Sommer wird P. Jojo Thomas verabschiedet.
Er wird in Abstimmung zwischen dem Bistum und seinem Orden eine neue Aufgabe im Bistum Hildesheim übernehmen. Wenn die Wohnung renoviert ist, wird Pastor Baumert in St. Maria Regina einziehen.

Pfarrer Propst Martin Tenge

Statistik 2015 unserer Kirchengemeinde

Wie in jedem Jahr hat das Pfarrbüro für die Februarausgabe des Wegweisers die Gemeindestatistik des Jahres 2015 mit den unterschiedlichen Spendeneinahmen und Kollekten erstellt. Hier die Zahlen im Einzelnen:

Quelle: Wegweiser Februar 2016

Quelle: Wegweiser Februar 2016

 

Gemeindeentwicklung
Trotz Mitgliederschwund durch Sterbefälle und Kirchenaustritte hat sich die Zahl der Gemeindemitglieder wegen der Zuzüge nicht wesentlich verringert.

Spenden für die Eine Welt
Mit fast 11.000 Euro mehr als im Jahr 2014 hat die Spendenhöhe für die Eine Welt und für die Flüchtlinge in Garbsen wieder den Stand der Kollekten wie vor dem Jahr 2014.

Spenden für Gemeinde und Bistum
Diese sind gegenüber dem Jahr 2014 um 20.000 € gestiegen. Allerdings waren 21.000 € für die Orgelrestaurierung der Kirche St. Maria Regina gespendet. Diese Arbeiten sind jetzt abgeschlossen. Bleibt zu hoffen, dass im Jahr 2016 so weiterhin auch für andere Zwecke der Pfarrgemeinde gespendet wird. 

Quelle: im Wegweiser veröffentlichte Statistikdaten

Quelle: im Wegweiser veröffentlichte Statistikdaten

Spendenaufkommen der letzten 10 Jahre
Die Spenden in diesem Zeitraum lagen im Bereich von 101.000 € – 104.000 €.
Nur im Jahr 2008 stieg die Spendensumme auf 122.000 € an. Der Grund waren die drohenden Kirchenschließungen und der Wunsch der Garbsener Katholiken, nach dem Verlust der St. Johannes-Kirche nicht noch eine Kirche zu verlieren.
Im Jahr 2014 gingen die Spenden plötzlich auf einen Tiefpunkt von 74.000 €. Hieran zeigt sich sehr deutlich die Unzufriedenheit vieler Spender mit der Gemeindeleitung. Das Misstrauen scheint jetzt überwunden, die gestiegene Spendenbereitschaft beweist, dass die Leitung der Pfarrei auf dem richtigen Weg ist.

Neujahrsempfang am Dreikönigstag

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Unsere Pfarrgemeinde St. Raphael in Garbsen hat nach einem Jahr Unterbrechung am Dreikönigstag zu feierlichem Gottesdienst und anschließender Begegnung eingeladen. Anwesend waren viele Gemeindemitglieder, Mitarbeiter aus den sozialen Einrichtungen der Kirchengemeinde und Gäste aus den Nachbarkirchen und der Stadtverwaltung.

Beim Empfang im Pfarrheim gab die (noch bis Februar) stellvertretende Vorsitzende des Pastoralrats Frau Weisser einen Rückblick auf fünf Jahre Arbeit dieses Gemeindegremiums. Dabei verschwieg sie  auch nicht die Schwierigkeiten, die sich nach dem Weggang von Pfarrer Nolte einstellten. Jetzt, so Frau Weisser, könne die Pfarrgemeinde mit dem Interimspfarrer Propst Tenge und dem neu gewählten Pastoralrat zuversichtlich auf das neue Jahr blicken.

Tenge dankte den Mitgliedern des bisherigen Pastoralrates und stellte das neue Gremium vor. Er kündigte an, dass St. Raphael ab Jahresmitte wieder einen neuen Pfarrer haben werde. Auch müsse sich die Pfarrgemeinde auf weitere Änderungen einstellen. Dazu sei es nötig, dass Ehrenamtliche verantwortungsvoll Aufgaben übernähmen.

Garbsens Bürgermeister Dr. Grahl lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Politik und den Kirchen in Garbsen vor allem auch in der Betreuung von Flüchtlingen. Frau Pastorin Muckelberg von der ev. Willehadi-Kirchengemeinde und Herr Pastor Brockhaus vom Ökumenischen Forum sprachen von der guten ökumenischen Zusammenarbeit der Christen.

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Sternsingerlogo2015Allen Anwesenden wünschten die Sternsinger unserer Kirchengemeinde “Christus Mansionem Benedicat!” und stellten das Haus und alle seine Besucherinnen und Besucher unter den Segen von Jesus Christus, den Mensch gewordenen (Stern), dreieinigen (Kreuze für Vater, Sohn und Heiliger Geist) Gott.

Unter dem Applaus aller Anwesenden verkündeten Sie das Zwischenergebnis ihrer Spendensammlung: 10.300 € haben sie bis jetzt bei 250 Hausbesuchen und Besuchen im Rathaus, im Flüchtlingswohnheim und anderen öffentlichen Stellen gesammelt.

Nachtrag zum Ende der Sternsingeraktion am 10. Januar 2016:
53 Sternsingerkinder geleitet von 24 “heiligen Kamelen” haben 282 Hausbesuche gemacht
und 4 KITAs, 5 Seniorenheime, die Mitarbeiter des Rathauses, die Suchberatung Caritas,
das Flüchtlingsheim Hespe und die ev. Silvanus-Gemeinde besucht.

Für Bolivien und weltweit haben sie dabei insgesamt 11.241 € gesammelt.

 

Garbsens Sternsinger besuchen Flüchtlinge

Auf ihrem Weg durch die Häuser und Wohnungen der Menschen in Garbsen haben die Sternsinger unser Kirchengemeinde St. Raphael auch die Menschen im Flüchtlingsheim Ludwigstrasse in Berenbostel besucht.
Die Sternsinger und große und kleine Gemeindemitglieder haben Sterne als Geschenk gebastelt um auszudrücken:

Wir bringen Segen – möge das Jahr 2016 für euch unter einem guten Stern stehen.

SternsingerbeioFlüchtlingen

 

2016 – Jahr der Barmherzigkeit

Jahr der Barmherzigkeit

Eigentlich wäre das nächste Heilige Jahr erst 2025 fällig gewesen. Doch das Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils vor genau 50 Jahren ist der Termin, die zugemauerte Pforte feierlich zu öffnen. Papst Johannes XXIII. wollte schon damals die Fenster der Kirche öffnen und die frische Luft des Geistes hineinlassen. Dieser Wunsch ist auch ein halbes Jahrhundert später offenkundig nicht schwächer geworden. Nach Papst Franziskus soll diese heilige Jahr ein Jahr der Barmherzigkeit werden.
Gerechtigkeit ruft in Folge oft wieder Haß und Vergeltung hervor. So hoffen viele Menschen auf Barmherzigkeit. Die Barmherzigkeit müsse nach Kardinal Kasper, „als die Gott eigene Gerechtigkeit und als seine Heiligkeit verstanden werden“. Sie werde auch genannt „unverdiente Gunst“ und bleibe danach Gottes Geheimnis und beschreibe sein Wesen. Damit übersteige sie den menschlichen Verstand; sie sprenge die Logik eines menschlichen Gerechtigkeitsempfindens und heißt theologisch auch „vollkommene Gerechtigkeit“. Sie ist mehr als eine billige Gnade und sie ist auch etwas anderes als Mitleid.
Der lateinische Ausdruck für Barmherzigkeit ist „Misericordia“: sein Herz (cor) bei den Armen (miseri) haben. Barmherzigkeit ist demnach nicht nur Respekt, Anteilnahme, Empathie und Unterstützung, es ist die Fähigkeit sich in den anderen hineinzuversetzen – seinem Herzen nahe zu sein mit Zärtlichkeit und Mitleid, mit Nachsicht und Vergebung.
Gilt das Erbarmen ohne Ansehen der Person? Gibt es Barmherzigkeit und Verzeihen für Taten wie etwa Mord oder andere himmelschreiende Unrechtstaten? Diese Frage ist die Frage der Feindesliebe. In der Bergpredigt sagt Jesus: „Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.“. Solch barmherziges Handeln überfordert oft den Menschen.
Im heiligen Jahr der Barmherzigkeit hat Papst Franziskus den Seelsorgern unserer Kirche die Herzen und die Seelen der Gläubigen anempfohlen – jedem Menschen, der zu ihnen kommt, barmherzig zu sein! Welch ein schönes Symbol dafür: durch eines der “Türen der Barmherzigkeit” zu gehen.

LogoBermherzigkeitDu gehörst dazu, 
      ich höre dir zu,
        ich rede gut über dich,
          ich gehe ein Stück mit dir,
            ich teile mit dir,
              ich besuche dich,
                ich bete für dich.

 


Was sind die Werke
der Barmherzigkeit?

„Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso“.
Was das Lukasevangelium (3,11) beschreibt ist eines der Grundzüge christlichen Handelns, das in der Tradition in die Werke der Barmherzigkeit eingeflossen ist. Aber das Gleichnis vom Samariter ist viel revolutionärer und herausfordernder, als man zunächst denkt. Bevor nämlich dem Opfer geholfen wird, gehen ein Levit und ein Priester achtlos an ihm vorbei.
So ist dann ausgerechnet ein Samariter zur Stelle – einer, der damals als eine Art halber Heide verachtet wurde. Und die Provokation geht noch weiter: Jesus erhebt diesen Samariter auch noch zum Vorbild. “Dann geh und handle genauso!”, sagt er.

Die Werke der Barmherzigkeit sind weder moralisch zu verstehen noch „erwirbt“ man sich damit die Gnade oder das Wohlwollen Gottes. Sie sind vielmehr Ausdruck eines Handelns, das der Nachfolge Jesu gemäß ist.

Die sieben Werke der leiblichen Barmherzigkeit:

  • Hungrige speisen
  • Obdachlose beherbergen
  • Nackte bekleiden
  • Kranke besuchen
  • Gefangene besuchen
  • Tote begraben
  • Almosen geben

Die sieben Werke der geistlichen Barmherzigkeit:

  • die Unwissenden lehren
  • die Zweifelnden beraten
  • die Trauernden trösten
  • die Sünder zurechtweisen
  • den Beleidigern gern verzeihen
  • die Lästigen geduldig ertragen
  • für die Lebenden und die Verstorbenen zu beten

Seien auch wir barmherzig gegenüber unserem Nächsten!

 

Frohe Weihnachten

Allen Leserinnen und Lesern wünschen wir frohe und gesegnete Weihnachten.

In der Geschäftigkeit und dem Kommerz um uns herum kann sie schon mal verloren gehen: Die Botschaft vom Kommen Gottes als Menschenkind.

Durch Klick auf das Bild hören Sie das Evangelium nach Lukas 2:

Krippenbild

Umwelt-Enzyklika Laudato si

laudatosi

 

 

In Kooperation mit dem Umweltbeauftragten und den Diözesanrat der Katholiken im Bistum Hildesheim hat die Bolivienstiftung Justitia et Participatio einen Studientag zur Umwelt- und Sozial-Enzyklika von Papst Franziskus in Nordstemmen bei El Puente durchgeführt, an dem aus unserer Gemeinde Bärbel Smarsli und Hubert Gerhardy teilnahmen.

Die Aussagen der Enzyklika wurden in einem Impulsreferat von Frau Dr. Ana Honnacker vorgestellt. Der Papst richtet sein Schreiben an jeden Menschen, der auf diesem Planeten wohnt. Die Enzyklika läutet in der Kirche eine Kehrtwende vom Wachstums- und Fortschritts­denken hin zur globalen Verantwortung für die Schöpfung und ihre Erhaltung aber auch für soziale Gerechtigkeit und sozialen Ausgleich ein.

Der Mensch hat eine besondere Verant­wortung, die Schöpfung zu bewahren und für alle Geschöpfe zu erhalten – über das Heute hinaus. Ein Verbrechen gegen die Natur (z.B. Verschmutzung von Gewässern, Boden und Luft mit giftigen Substanzen; Entblößung der Erde von natürlichen Wäldern; Zerstörung von Feuchtgebieten) ist eine Sünde gegen uns selbst und eine Sünde gegen Gott.

Zur Sensibilisierung der 32 Teilnehmer auf die Thematik „Bewahrung der Schöpfung über das Heute hinaus“ sollte jeder einen Brief an seinen Nachkommen schreiben, den dieser im Jahre 2040 liest, und darlegen, welchen Beitrag er persönlich zum Klima- und Umweltschutz im Jahre 2015 geleistet hat.

In Kleingruppen erfolgte eine Auseinandersetzung mit Zitaten aus der Enzyklika. In diesen sehr engagiert geführten Gesprächen wurde herausgearbeitet,

  • wie konkret in unserem persönlichen Lebensstil durch das Konsum- und Urlaubsverhalten zurückgeschaltet werden kann. Durch eine Änderung der Lebensstile kann ein heilsamer Druck auf diejenigen ausgeübt werden, die politische, wirtschaftliche und soziale Macht besitzen.
  • was wir als Kirche an unserer pastoralen Arbeit verändern können, um die vom Papst angemahnte „ökologische Bekehrung“ in die Wege leiten zu können. Unter dem Vorwand von Realismus und Pragmatismus werden Umweltsorgen auch von aktiven Christen bespöttelt.
  • welche politischen Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Werkzeuge Gottes des Vaters zu sein, damit unser Planet das sei, was Er sich erträumte. Normalitätsvorstellungen müssen gebrochen werden.

Basierend auf Aussagen der Enzyklika wurde über den eigenen Lebensstil nachgedacht. Anschließend wurden erste Schritte im eigenen Umfeld zur Umsetzung von Laudato si´ zur Bewahrung der Schöpfung aber auch für die Belange der Dritten Welt herausgearbeitet.

Druckexemplare der Enzyklika liegen in den Kirchen aus!
PD Dr. Hubert Gerhardy

Advent – Kommen des Herrn

Unser Herzensmitbewohner Jesus Christus, auf dessen Wohnungseinzug wir uns im Advent vorbereiten, wird daher in unseren Herzen im Blick auf all unser Tun immer wieder die Frage stellen: „Tust du das, was du tust, aus Liebe?“ Das kann auf den ersten Blick anstrengend sein und den Gedanken wachrufen: Wann geht er wieder? Aber mit dieser erinnernden Frage hilft er uns, unser Leben mit Bleibendem zu erfüllen, das niemand wegnehmen oder zerstören kann: die Liebe.

Rufen wir Jesus im Advent daher vertrauensvoll und freudig zu:
„Schön, dass du kommst – du bist herzlich willkommen, in unseren Herzen einzuziehen!“

Ihr Pfarrer Propst Martin Tenge

Benedikt XVI am 1. Advent 2005
“Wir haben gesagt, dass dieses Kommen einmalig ist: „das“ Kommen des Herrn. Dennoch gibt es nicht nur das endgültige Kommen am Ende der Zeiten. In einem gewissen Sinne möchte der Herr durch uns Menschen ständig auf die Erde kommen, und er klopft an die Tür unseres Herzens: Bist du bereit, mir dein Fleisch, deine Zeit, dein Leben zu geben? Das ist die Stimme des Herrn, der auch in unsere Zeit eintreten möchte, er möchte durch uns ins Leben der Menschen eintreten. Er sucht auch eine lebendige Wohnung, nämlich unser persönliches Leben. Das ist das Kommen des Herrn, und das wollen wir in der Adventszeit aufs neue lernen: Der Herr möge auch durch uns kommen. “

Advent – Einladung zur Ungeduld

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“O Heiland, reiß die Himmel auf,
herab, herab vom Himmel lauf.
Reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
reiß ab, wo Schloß und Riegel für.”

Es ist der Schrei nach Gerechtigkeit, nach Frieden, nach Freiheit, Wahrhaftigkeit und Bewährung, der dieses Adventslieder von Friedrich von Spee (1591-1635) erfüllt,
und es ist  nicht nur „das Volk in bangen Nächten“, das so dringlich den Frieden für die Erde einfordert, sondern es ist Gott selber, der von der adventlichen Unruhe umgetrieben wird.
Er steckt uns damit an.

Was also die Seele des Advents ausmacht, das ist eine tiefe, leidenschaftliche Sehnsucht, die uns mit Gott verbindet, die Sehnsucht nach einer Welt, in der Menschen in Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit, Frieden und Freiheit leben können.
Es ist die Sehnsucht nach der Welt, wie Gott sie gewollt hat,
als er „am Anfang“ Himmel und Erde schuf.

Die Welt, in der wir leben, aber ist nicht so – immer noch nicht!
Jeden Tag hören wir die Namen der Orte,
an denen noch immer das Unrecht zum Himmel schreit.
Unrecht und Elend, an das wir uns nicht gewöhnen dürfen,
auch wenn es Abend für Abend über unseren Fernseher flimmert.
Denn an allen diesen Orten steht die entscheidende Frage des Advent auf:

„Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
darauf sie all ihr Hoffnung stellt?
O komm, ach komm vom höchsten Saal,
komm, tröste uns hier im Jammertal.“

Unsere Erde ist ein Tal des Jammers.
Daß wir davor die Augen nicht verschließen, daß wir uns damit nicht versöhnen,
dazu gibt es den Advent.
Er will, weiß Gott, mehr sein als eine beschauliche Einstimmung auf Weihnachten.
Er will uns nicht besinnlich machen, sondern zur Besinnung bringen.
Wir haben den Advent überhaupt nicht verstanden,
solange wir ihn nicht politisch verstehen, als Einladung,
den großen Horizont der Welt in den Blick zu nehmen, der Gottes Verheißung gilt.

“O klare Sonn, du schöner Stern,
dich wollten wir anschauen gern,
o Sonn, geh auf, ohn deinen Schein
in Finsternis wir alle sein.”

Wir sind eine Generation, die neu lernen muss, mit der eigenen Ohnmacht zu leben.
Tag um Tag wird uns zugemutet, Probleme zur Kenntnis zu nehmen,
die offensichtlich niemand lösen kann. Aber wenn wir nur einfach schlucken,
was uns die Tagesschau Abend für Abend serviert, werden wir krank.
Wir müssen das Zeug wieder aus uns herausbringen, und wir haben die Möglichkeit,
es vor Gott hinzutragen. Dazu ist der Advent da.

Wenn wir uns mit der Last, die uns drückt, vor Gott hinbegeben
und ihm unsere Fragen zumuten, werden wir, wie Friedrich von Spee,
auch die nächsten kleinen Schritten entdecken, die „aus dem Elend in das Vaterland“ führen. Dazu ist der Advent da.

Er ist uns gegeben als eine Zeit der Einübung in die Ungeduld!

 aus: Rolf Zerfaß, Für uns Menschen. Predigten zum Lesejahr B, Düsseldorf 1993, 12-18.