Ökumenischer Reformationstag

Die 17. Auslandsreise von Papst Franziskus ist eine kirchenpolitische: Am Reformations-tag  hält er in Schweden einen gemeinsamen Gottesdienst mit lutherischen Geistlichen, der als Auftakt der Feiern zu 500 Jahren Reformation gilt.
„Das ist eine wichtige Reise, weil es eine kirchliche Reise ist, kirchlich im Sinne der Ökumene“, sagte Papst Franziskus auf dem Flug nach Schweden. 

LWB-Generalsekretär Bischof Martin Junge sprach am Montagabend von einem “Meilenstein in den bilateralen Beziehungen” zwischen Lutheranern und Katholiken, die seit genau 50 Jahren im Gespräch miteinander sind. Im Verhältnis zu 500 Jahren Reformation, in deren Folge es auch Religionskriege gab, ist das ein kurzer Zeitraum. Junge lobte die “fantastische Gemeinsame Erklärung”, von der man noch lange zehren werde. Der Ökumene-Verantwortliche des Vatikan, Kurienkardinal Kurt Koch, sprach von einem “Neuanfang”, und die Erzbischöfin der Lutherischen Kirche Schwedens, Antje Jackelen, sagte sichtlich gerührt, sie sei überwältigt. “Das ist größer, als ich beschreiben kann.” Sie habe sich sehr wohl und empfangen gefühlt und von Seiten der Katholiken großen Respekt und Neugierde gegenüber einer weiblichen Bischöfin erfahren, sagte Jackelen.

lundt2016

Gesten von Herzlichkeit und Nähe und von Einheit gab es viele. Franziskus und Bischof Mounib Younan, Präsident des Lutherischen Weltbundes,  besiegelten ihre Gemeinsame Erklärung mit herzlicher Umarmung; LWB-Generalsekretär und Franziskus hielten ihre Predigten in Lund beide auf Spanisch. Zudem waren alle in den gleichen Farben gekleidet: weiß mit roter Stola.

Hier der Text der “Gemeinsamen Erklärung”
in deutscher Übersetzung 

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GEMEINSAME ERKLÄRUNG
anlässlich des gemeinsamen katholisch-lutherischen Reformationsgedenkens
Lund, 31. Oktober 2016

»Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch.
Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.« (Joh 15,4).

Mit dankbaren Herzen

Mit dieser Gemeinsamen Erklärung bringen wir Gott unsere frohe Dankbarkeit für diesen Augenblick des gemeinsamen Gebets in der Kathedrale von Lund zum Ausdruck und beginnen damit das Gedenken an 500 Jahre Reformation. 50 Jahre ununterbrochener und fruchtbarer ökumenischer Dialog zwischen Katholiken und Lutheranern haben uns geholfen, viele Unterschiede zu überwinden, und haben unser gegenseitiges Verständnis und Vertrauen vertieft. Gleichzeitig sind wir einander durch gemeinsame Dienste an unseren Mitmenschen, oft in Situationen von Leid und Verfolgung, nähergekommen. Durch Dialog und gemeinsames Zeugnis sind wir nicht länger Fremde. Vielmehr haben wir gelernt, dass das uns Verbindende größer ist als das Trennende.

Vom Konflikt zur Gemeinschaft

Während wir eine tiefe Dankbarkeit empfinden für die geistlichen und theologischen Gaben, die wir durch die Reformation empfangen haben, bekennen und beklagen wir vor Christus zugleich, dass Lutheraner und Katholiken die sichtbare Einheit der Kirche verwundet haben. Theologische Unterschiede wurden von Vorurteilen und Konflikten begleitet und Religion wurde für politische Ziele instrumentalisiert. Unser gemeinsamer Glaube an Jesus Christus und unsere Taufe verlangen von uns eine tägliche Umkehr, durch die wir die historischen Meinungsverschiedenheiten und Konflikte, die den Dienst der Versöhnung behindern, ablegen. Während die Vergangenheit nicht verändert werden kann, kann das, woran man sich erinnert und wie man sich erinnert, verwandelt werden. Wir beten um die Heilung unserer Wunden und Erinnerungen, die den Blick aufeinander verdunkeln. Nachdrücklich lehnen wir allen vergangenen und gegenwärtigen Hass und alle Gewalt ab, besonders jene im Namen der Religion. Wir hören heute Gottes Gebot, jeden Konflikt beizulegen. Wir erkennen, dass wir durch Gnade befreit sind, uns zur Gemeinschaft hin zu begeben, zu der Gott uns beständig ruft.

Unsere Verpflichtung zum gemeinsamen Zeugnis

 Da wir diese Begebenheiten der Geschichte, die uns belasten, hinter uns lassen, verpflichten wir uns, gemeinsam Gottes barmherzige Gnade zu bezeugen, die im gekreuzigten und auferstandenen Christus sichtbar geworden ist. Im Bewusstsein, dass die Art und Weise, wie wir miteinander in Beziehung treten, unser Zeugnis für das Evangelium prägt, verpflichten wir uns selbst, in der Gemeinschaft, die in der Taufe wurzelt, weiter zu wachsen, indem wir uns bemühen, die verbleibenden Hindernisse zu beseitigen, die uns davon abhalten, die volle Einheit zu erlangen. Christus will, dass wir eins sind, damit die Welt glaubt (vgl. Joh 17,21).

 Viele Mitglieder unserer Gemeinschaften sehnen sich danach, die Eucharistie in einem Mahl zu empfangen als konkreten Ausdruck der vollen Einheit. Wir erfahren den Schmerz all derer, die ihr ganzes Leben teilen, aber Gottes erlösende Gegenwart im eucharistischen Mahl nicht teilen können. Wir erkennen unsere gemeinsame pastorale Verantwortung, dem geistlichen Hunger und Durst unserer Menschen, eins zu sein in Christus, zu begegnen. Wir sehnen uns danach, dass diese Wunde im Leib Christi geheilt wird. Dies ist das Ziel unserer ökumenischen Bemühungen. Wir wünschen, dass sie voranschreiten, auch indem wir unseren Einsatz im theologischen Dialog erneuern.

 Wir beten zu Gott, dass Katholiken und Lutheraner fähig sein werden, gemeinsam das Evangelium Jesu Christi zu bezeugen, indem sie die Menschheit einladen, die gute Nachricht von Gottes Heilshandeln zu hören und zu empfangen. Wir bitten Gott um Eingebung, Ermutigung und Kraft, damit wir zusammenstehen können im Dienst und so für die Würde und die Rechte des Menschen, besonders der Armen, eintreten, für die Gerechtigkeit arbeiten und alle Formen von Gewalt zurückweisen. Gott fordert uns auf, all denen nahe zu sein, die sich nach Würde, Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung sehnen. In besonderer Weise erheben wir heute unsere Stimme für ein Ende der Gewalt und des Extremismus, die so viele Länder und Gemeinschaften sowie unzählige Schwestern und Brüder in Christus betreffen. Wir bitten dringend, dass Lutheraner und Katholiken zusammenarbeiten, um den Fremden aufzunehmen, denen zu Hilfe zu kommen, die wegen Krieg und Verfolgung gezwungen waren zu fliehen, und die Rechte der Flüchtlinge und der Asylsuchenden zu verteidigen.

 Mehr als je zuvor stellen wir fest, dass unser gemeinsamer Dienst in dieser Welt sich auf Gottes Schöpfung erstrecken muss, die durch Ausbeutung und die Auswirkungen einer unersättlichen Gier in Mitleidenschaft gezogen wird. Wir anerkennen das Recht der zukünftigen Generationen, sich an Gottes Erde in all ihrem Reichtum und all ihrer Schönheit zu erfreuen. Wir bitten um einen Wandel der Herzen und der Sinne, der uns zu einer liebevollen und verantwortlichen Art und Weise der Sorge für die Schöpfung führt.

Eins in Christus

Bei diesem glücklichen Anlass bekunden wir unsere Dankbarkeit gegenüber den Brüdern und Schwestern, die die verschiedenen christlichen Weltgemeinschaften und -vereinigungen vertreten, die anwesend sind und sich im Gebet mit uns verbinden. Wenn wir uns wieder verpflichten, uns vom Konflikt zur Gemeinschaft zu bewegen, tun wir das als Teil des einen Leibes Christi, in den wir alle durch die Taufe eingegliedert worden sind. Wir fordern unsere ökumenischen Partner auf, uns an unsere Verpflichtungen zu erinnern und uns zu ermutigen. Wir bitten sie, weiter für uns zu beten, mit uns zu gehen und uns dabei zu unterstützen, unser durchbetetes Engagement, das wir täglich zu erkennen geben, lebendig werden zu lassen.

Aufruf an Katholiken und Lutheraner weltweit

Wir wenden uns an alle lutherischen und katholischen Gemeinden und Gemeinschaften, unerschrocken und schöpferisch, freudig und hoffnungsvoll bezüglich ihres Vorsatzes zu sein, die große Reise, die vor uns liegt, fortzusetzen. Mehr als die Konflikte der Vergangenheit wird Gottes Gabe der Einheit unter uns die Zusammenarbeit leiten und unsere Solidarität vertiefen. Indem wir uns im Glauben an Christus näher kommen, indem wir miteinander beten, indem wir aufeinander hören und Christi Liebe in unseren Beziehungen leben, öffnen wir uns, Katholiken und Lutheraner, der Macht des Dreieinen Gottes. In Christus verwurzelt und ihn bezeugend erneuen wir unsere Entscheidung, treue Boten von Gottes grenzenloser Liebe für die ganze Menschheit zu sein.
Übersetzung von Radio Vatikan (rv)

Pilgerwanderung 2016 – Impressionen

34 Pilgerinnen und Pilger waren vom 10. bis 13. Oktober 2016 in einer ökumenischen Pilgergruppe unterwegs auf dem Luther-Tetzel-Weg.
Von der Stadt Jüterbog, in der die Wittenberger Bürger sich den Ablaßbrief des Johann Tetzel holten, führt dieser Weg durch alte Dörfer und an alten Kirchen vorbei in die Stadt der Reformation: Lutherstadt Wittenberg. (siehe http://www.luther-tetzel-weg.de)

Impressionen dazu mit Bildern von Anna Beiße-Munemo

 

 

Schulkinder feiern Erntedank

Am Mittwoch, den 28. September, haben wir einen ökumenischen Erntedank-Schulgottesdienst
mit der Grundschule Garbsen-Mitte und den Schulklassen der Saturnringschule gefeiert. 

Engagierte Lehrerinnen und Eltern haben mit tollen Liedern, dem Apfelino-Rollenspiel und Fürbitten den Gottesdienst vorbereitet. Außerdem hatten sie eine wunderbare Idee: Wir sagen Gott Danke und teilen mit anderen.  Jedes Kind hat etwas zum Essen zum Altar gebracht und Gott als Gabe wieder zurück gegeben.  Schüler der 4. Klasse haben nach dem Gottesdienst alle Gaben im Bollerwagen zur Tafel gefahren.

Diakonin Heike Voskamp aus der ev. Willehadi – Gemeinde und Gemeindereferentin Bärbel Smarsli haben den Gottesdienst geleitet.

Fotos Carmen Behre

Verabschiedung Diakon Gangolf Johnen

 

Verabschiedung Diakon Gangolf Johnen am 18. September 2016

Am heutigen Sonntag wurde Diakon Gangolf Johnen im Gottesdienst in der Kirche Corpus Christi in den Ruhestand verabschiedet.

Der neue Pfarrer Christoph Lindner hat die vielen Verdienste von Diakon Johnen insbesondere am Kirchstandort Corpus Christi gewürdigt. Weiter haben sich die vielen Gruppierungen in Corpus Christi bei ihm für die langjährige Unterstützung bedankt. Auch der „Spontanchor” gestaltete den Gottesdienst mit zwei Liedern auf besondere Weise.

Den Gottesdienst mitgefeiert haben neben Diakon Thomas Müller sieben weitere Diakone, die heute gemeinsam mit Diakon Johnen ihren Weihetag begehen.

Im Anschluss an den Gottesdienst bestand im Pfarrhaus und auf dem Kirchplatz die Gelegenheit, sich bei Diakon Johnen persönlich zu verabschieden. Dazu hat das Kirchortteam Corpus Christi eingeladen und hervorragend für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt.

Text und Fotos Sabine Pohl

 

 

 

Christoph Lindner ist neuer Pfarrer in St. Raphael

11. September 2016 – Kirchweihfest der Kirche St. Raphael
CHRISTOPH LINDNER
wird als Pfarrer von St. Raphael in Garbsen und Marienwerder eingeführt.

105a

Geboren am 29.11.1964 in Auetal.
Aufgewachsen in Bad Nenndorf.
Abitur 1984 in Bad Nenndorf.

Studium 1984 bis 1990 in Münster und Freiburg;
1991 Diakonweihe- und 1992 Priesterweihe in Hildesheim.

Jeweils drei Jahre Kaplan
in Hann. Münden und Bremerhaven-Lehe und -Mitte,
vom 07.11.1998 bis 17.05.2009
Pfarrer in Neustadt a. Rbge.,
vom 31.05.2009 bis 04.09.2016
Pfarrer in Hl. Geist, St. Bruder Konrad, Heilig Kreuz.

Ab 11. September 2016
Pfarrer in der Kirchengemeinde St. Raphael
mit den Kirchen
St. Raphael, St. Maria Regina und Corpus Christi.

Pfarrer Christoph Lindner ist Konsistorialrat der Visitatur Breslau. 
Für
das Bistum Hildesheim ist er zuständig als Beauftragter 
für Vertriebene
und Aussiedler.

Bilder von Einführung und Begrüßung
Fotos: Thomas Hillebrand | Kath-Kirche-Garbsen.de

Begrüßungsworte des Pastoralrates

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Predigt Pfarrer Lindner

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