Neuland hat neue Integrationslots*innen

Kathrin Osterwald vom ökumenischen Sozialprojekt NEULAND, und Juana Steberl als Kursleitung von Kargah e.V. zur interkulturellen Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit Hannover und der Stadt Garbsen, haben nach 3 Jahren Pause wieder einen Kurs für Integrationslotsen angeboten und durchgeführt. 

Ich bin Sigrid Ahrens. Ich wohne schon seit vielen Jahren in Garbsen und wollte mich gerne nach meiner Berufstätigkeit für Kinder engagieren. So kam ich zum Sozialprojekt NEULAND und entschied mich für die Hausaufgabenhilfe. Betreut durch Kathrin Osterwald, bin ich schon vor dem Kurs in der Flüchtlingsarbeit aktiv gewesen.

Ich heiße Najeeb und komme aus Afghanistan, ich bin seit ca. 2½ Jahren in Garbsen. Am Anfang konnte ich nur wenig Deutsch und brauchte Unterstützung bei Abwicklung der behördlichen Angelegenheiten. Viele Menschen haben mir geholfen – dafür bin ich sehr dankbar – nun wollte ich etwas davon zurückgeben.

 Warum habt ihr diesen I-Lotsen Kurs besucht?

Najeeb: Von dem Kurs habe ich erwartet, mehr über die rechtlichen Hintergründe der Sozialgesetzgebung und Historie zu erfahren. Es war mir ein Bedürfnis, anderen Menschen zu helfen und sie bei den ersten Schritten in  ihrem neuen Leben zu begleiten.

Sigrid: Ich habe diesen Kurs besucht, um Menschen bei der Eingewöhnung zu helfen. Meine Erwartungen waren u. a., mehr über die Bewältigung der bürokratischen „Hürden“, Paragraphen und rechtlichen Bestimmungen zu erfahren, sowie über kulturelle Hintergründe und Unterschiede verschiedener Nationalitäten.
Dafür war es hilfreich, dass die Kursteilnehmer ebenfalls aus verschiedenen Ländern kamen.

Im Bild links: Sebastian Schulze, Sigrid Ahrens und Najeeb

NEULAND-Mitarbeiter Sebastian Schulze hat diesen Kurs ebenfalls besucht und die zwei Teilnehmer Sigrid Ahrens und Najeeb nach Abschluss des Kurses interviewt.

Hattet ihr Befürchtungen?

Nein, die gab es bei mir nicht – antworteten beide.

Was habt ihr gelernt?

Sigrid: Mich ein wenig abzugrenzen. Die Schicksale manchmal auch nicht zu sehr an mich heranzulassen und dass der schnelle Kontakt zu den Geflüchteten am besten abends oder nachts klappt – oft gehen sie erst spät schlafen – sie schmunzelt.
Schade, dass die letzte Doppelstunde des Kurses mit dem Ausblick und der Zertifikatsübergabe, durch Corona, ausgefallen ist. Auf Grund der Pandemie sind die Einsatzmöglichkeiten z. Z. recht eingeschränkt, aber kleinere Treffen zum gemeinsamen Essen, Deutsch sprechen oder beispielsweise Arzttermine zu vereinbaren mit Menschen, die ich schon länger kenne, sind ja glücklicherweise möglich. Videocall dient auch dazu, den Kontakt aufrecht zu erhalten.

Najeeb: Ich habe mit anderen I-Lotsen schon bei der Essensausgabe der Tafel geholfen und möchte in Zukunft vielleicht auch sportliche Angebote unterstützen.
Auch habe ich in Zusammenarbeit mit NEULAND bereits ein internationales Kochbuch gestaltet und in Verbindung mit Kathrin und weiteren I-Lotsen zwei Familienkino-Nachmittage in Silvanus angeboten. Im Moment arbeite ich gemeinsam mit  ihr an einem Videoprojekt über die Arbeit der I-Lotsen in verschiedenen Arbeitsbereichen – Corona bedingt nur sehr vorsichtig.

Vielen Dank euch beiden und weiterhin viel Freude bei der Hilfe und Unterstützung, die ihr anderen zukommen lasst.

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