Männerverein St. Martin feiert 70-jähriges Stiftungsfest

Am 14. November 2021 feierte der Männerverein St. Martin sein 70 jähriges Jubiläum.  Der Männerverein ist bekannt dafür, dass er sich für den Bau der Kirche in Altgarbsen sehr eingesetzt hat, was dazu führte, dass nahezu zeitgleich in Altgarbsen und dem neuen Stadtteil Auf der Horst die Kirchen St. Johannes und St. Raphael gebaut wurden. Bis vor wenigen Jahren sorgten sich die Männer um die Pflege der Grundstücke und Gebäude rund um die (im Jahr 2007 profanierte) Kirche St. Johannes und die Kirche St. Raphael. Zumeist alle 14 Tage war die Männergruppe ehrenamtlich aktiv – mit der Aufwandspauschale „Mettbrötchen und ´ne Flasche Bier”.
So war das jährliche aufwändige Weihnachtsbaumfällen in einem der Vorgärten Garbsens, der Transport der bis zu 10 m langen Tanne und das Aufstellen des Baumes in der Kirche St. Raphael ein Event – nicht nur für die beteiligten Männer.

Zum Festgottesdienst in St. Raphael kamen nach 2G-Regel (Corona-geimpft oder genesen)
17 Mitglieder des Männervereins mit ihren Ehefrauen und Gästen aus der Männergemeinschaft Corpus Christi zusammen. Der Präses des Männervereins, Pfarrer Lindner, stellte in seiner Predigt  die Tageslesung aus dem Buch des Propheten Daniel (Dan, 12,1-3) in den Mittelpunkt: In der Lesung wird eine Zeit der äußersten Not geschildert.  Doch der Prophet spricht auch von Rettung.

Die Gründung des Männervereins kurz nach dem Krieg geschah in einer solchen Zeit: die Katholiken hatten als  Vertriebene aus Schlesien die Zahl der Einwohnerschaft im jetzigen Altgarbsen fast verdoppelt. Sie kamen nach dem Chaos des Krieges und der Vertreibung hier in Garbsen an als Fremde. So suchten sie als katholische Minderheit nach Möglichkeiten, ihre Traditionen zu bewahren und neue Perspektiven für ihre Zukunft zu finden. Sie gründeten einen Verein, um ihre katholischen Traditionen fortleben zu können und sich untereinander zu unterstützen.
Jetzt seien die katholischen Männervereine und Männergemeinschaften wieder auf der Suche nach Perspektiven:  die Mitglieder werden immer älter und sterben, jüngere Mitglieder kommen nicht dazu.


Lindner tröstete die Männer mit dem Prophetenwort (Dan 12,3):
„Die Verständigen werden strahlen, wie der Himmel strahlt; und die Männer, die viele zum rechten Tun geführt haben, werden immer und ewig wie die Sterne leuchten.”

Nach dem festlichen Gottesdienst gab es nach langer Coronapause wieder ein Treffen im Pfarrheim. Beim gemeinsamen Essen und anschließenden Kaffeetrinken war genug Zeit zum Klönen. Pfarrer Lindner konnte erfahren, warum es in Garbsen einen im November 1951 gegründeten Verein gibt. Es war der Gründer Martin Bartosch, der für die Männergruppe den Begriff Verein wählte und damit wohl ein katholisches Gegengewicht zu sozialdemokratischen Vereinen setzen wollte. Darauf gründete sich im April 1955 auf der anderen Seite des Mittellandkanals in Havelse die Männergemeinschaft, die sich später nach ihrer Kirche Corpus Christi benannte. Die Vielzahl von Neugründungen in Vereinen und Gemeinschaften im Bereich des Bistums Hildesheim sammelte und verband sich im Jahr 1964 im VKM, dem „Verband katholischer Männergemeinschaften im Bistum Hildesheim”.

Pfr. Lindner, Karl Duda, Peter Kubisch, Alfred Ritter, Peter Kaletta, Jürgen Hanke und Reinhold Langer 

Zum Schluss dieses besonderen Stiftungsfestes wurde der Vorsitzende des Männervereins Karl Duda mit der Goldenen Ehrennadel der Männergemeinschaften ausgezeichnet. 40 Jahre ist Duda Mitglied im Männerverein, davon 33 Jahre Vorsitzender. Der Vorstand des Männervereins und alle Anwesenden dankten Karl für seine sehr lange und sehr aktive Arbeit im Männerverein. Text und Bilder: Bernhard Mock 

 

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