Klimafasten – so viel du brauchst …

Unser Lob der Schöpfung soll sich nicht auf Lippenbekenntnisse beschränken, sondern sich in unseren Handlungen zeigen. Behandle die Schöpfung so, dass auch noch die vielen Menschen, die nach dir kommen werden, einen Garten Eden vorfinden und sich an ihm freuen können. Gehe sorgsam mit den Gütern um. Ganz konkret kann das so aussehen:

1. Fastenwoche – mein Fußabdruck.

Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad oder gehen Sie zu Fuß.

Sie sind eingeladen, Ihre zurückgelegten Kilometer auf einen Fußabdruck zu schreiben und so unser Fastenbild in der Kirche St. Maria Regina zu bereichern.

2. Fastenwoche – Energie sparen

2. Buch Mose:Exodus 3, 2-3 
Dort erschien ihm der Engel des HERRN in einer Flamme, die aus einem Dornbusch schlug. Als Mose genauer hinsah, bemerkte er, dass der Busch zwar in Flammen stand, aber nicht niederbrannte.  “Merkwürdig«, dachte Mose, »warum verbrennt der Busch nicht? Das muss ich mir aus der Nähe ansehen.”
Mose wundert sich. Und das zu Recht. Mose sieht eine Energie, ohne erklären zu können, woher diese Energie kommt. Gott hat seine Hand im Spiel. Alles ist anders als das, was wir sonst in unserer Welt erleben. Gott kann das. Er ist so anders als die Naturgesetze unserer Welt.

 

Wir Menschen aber sind an diese Naturgesetze gebunden. Insofern tun wir gut daran, behutsam mit der Energie umzugehen, die wir haben.

 Wo spare ich in dieser Woche Energie?
– ich wasche meine Hände mit kaltem Wasser
– ich schließe die Türen von beheizten Räumen
– Stoßlüften statt gekipptes Fenster
– oder ...

3. Fastenwoche – wieviel ist genug?

Mk 8,8
Die Leute aßen und wurden satt. Und sie hoben die Überreste der Brotstücke auf, sieben Körbe voll. “
Das Volk Israel lernte unter den schwierigen Bedingungen der Wüste Maß zu halten. Sie murrten wegen der mangelnden Nahrung –und als ihnen von Gott jeden Tag Brot gegeben wurde, fingen sie an, weit mehr als nötig einzusammeln. Gott aber ließ das überschüssige Brot ungenießbar werden. So erkannten die Menschen „Maß halten“ als eine Weisung Gottes, die das Zusammenleben in einer Gemeinschaft ermöglicht.
Die Bibel schildert sehr offen, wie schwer es ihnen fiel, nicht mehr zu nehmen, nicht für den nächsten Tag vorzusorgen. Sie mussten lernen, wie viel jeder und jede täglich brauchten und nur so viel zu nehmen –Unterschiede durchaus möglich.
Genug für einen Tag und nicht mehr (Ex 15,15-18). Der Prophet Elija wird täglich mit Wasser und Brot versorgt (1 Kön 17). Rut sammelt auf den Feldern des Boas Ähren und kann davon Noemi und sich ernähren. Lebensmittel werden als Gabe Gottes verstanden und deshalb ist maßvoller und achtsamer Umgang damit geboten.
Viele biblische Erzählungen handeln davon, dass das Teilen der von Gott gegebenen Lebensmittel alle satt werden lässt. Immer ist so viel da, dass es zum Leben reicht und dass Menschen sich davon nähren können. Ja, es bleibt sogar noch übrig. Was damit geschah, lassen die Erzählungen von der Brotvermehrung offen. Aber wir wissen, dass die Menschen die Reste sammelten und sie nicht einfach liegen ließen.

Bilder von weggeworfenen Lebensmitteln wirken lange nach: Berge von Brot liegen da und warten darauf, zu Tierfutter verarbeitet zu werden. Unzählige Tonnen größtenteils noch genießbaren Brotes werden hierzulande jeden Tag weggeworfen. Die Hälfte davon stammt aus Privathaushalten. Zuviel eingekauft, keine Lust auf Brötchen vom Vortag … Wegwerfen entsorgt das Problem schnell. In einer Gesellschaft, in der niemand mehr Hunger haben muss und wo Lebensmittel in riesiger Auswahl zur Verfügung stehen [müssen], ist es nicht einfach, Maß zu halten.
Aber auch die Bilder in der Coranavirus-Krise von leeren Regalen geben zu Denken:
wo bleibt das Maß … 

Maßhalten setzt Vertrauen voraus: morgen ist wieder genügend da und meine Mitmenschen nehmen ebenfalls nur so viel, wie sie brauchen. Neid und die Gier nach „mehr haben“ verhindern Mäßigung und den ehrlichen Blick auf eigene Bedürfnisse.

Wie viel brauche ich wirklich?
Wie viel ist genug für heute?

Maß halten rettet Lebensmittel, weil sie dann Lebensmittel sind und bleiben. Wir leben durch sie, ernähren uns – und produzieren sie nicht, um sie wegzuwerfen. Sie machen uns satt. Mehr braucht es nicht.

Freue Dich – Sonntag Laetare

Unter den Fastensonntagen sticht der vierte heraus: Er trägt den lateinischen Namen “Laetare” – “Freue dich”. Die Hälfte der vorösterlichen Bußzeit liegt hinter uns. Ostern kommt in den Blick. “Bergfest”. Aber können wir uns mit Blick auf die Corona-Krise und ihre Folgen freuen? Menschen leiden, sind krank oder isoliert. Menschen sterben. Das öffentliche Leben ist zum Stillstand gekommen. Menschen fühlen sich wie gelähmt.

Und genau in dieser Situation ist es so wichtig: Freue dich!
Freue dich: an der neuen Kreativität der Menschen, mit einer unbekannten Situation umzugehen.
Freue dich: an der Hilfsbereitschaft der Menschen, füreinander da zu sein.
Freue dich: am Frühling mit Vogelgezwitscher und länger werdenden Tagen.
Freue dich an der Gewissheit: wir sind und bleiben in Gottes Hand. Auf Gottes Liebe ist immer Verlass, in guten und in schlechten Zeiten, im Glück und Leid.
Freue dich: unser Herr, Jesus Christus, hat Tod und Vergänglichkeit besiegt.
Freue dich: wir können anderen von unserem Glauben erzählen und ihnen Hoffnung geben.
Freue dich: wir dürfen Osterzeugen sein!

4. Fastenwoche – Soviel Du brauchst.

2. Buch Mose:Exodus 16,11-18
Der HERR sprach zu Mose: Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sag ihnen: In der Abenddämmerung werdet ihr Fleisch zu essen haben, am Morgen werdet ihr satt werden von Brot und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR, euer Gott, bin. Am Abend kamen die Wachteln und bedeckten das Lager. Am Morgen lag eine Schicht von Tau rings um das Lager. Als sich die Tauschicht gehoben hatte, lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif, auf der Erde. Als das die Israeliten sahen, sagten sie zueinander: Was ist das? Denn sie wussten nicht, was es war. Da sagte Mose zu ihnen: Das ist das Brot, das der HERR euch zu essen gibt. Das ist’s aber, was der HERR geboten hat: Ein jeder sammle, soviel er zum Essen braucht, einen Krug voll für jeden nach der Zahl der Leute in seinem Zelte. Und die Israeliten taten’s und sammelten, einer viel, der andere wenig. Aber als man’s nachmaß, hatte der nicht darüber, der viel gesammelt hatte, und der nicht darunter, der wenig gesammelt hatte. Jeder hatte gesammelt, soviel er zum Essen brauchte.
Wir alle kennen das Wortspiel „Weniger ist mehr“. Dieses Wortspiel ist in sich nicht stimmig. „Mehr“ ist hier als positiv belegt, immer mehr ist immer besser. Aber es geht genau um das Gegenteil, das “Nicht-Mehr” ist positiv. Daraus entwickelten sie das Wortspiel „Weniger ist besser“. Weniger haben, weniger verbrauchen, weniger Stress, weniger wegschmeißen usw…

Die Aktion Klimafasten hat das Motto
„So viel du brauchst…“
Wie viel brauchst du? Das ist dann die Frage. Um im Wortspiel zu bleiben „Weniger ist genug.“ Das lässt sich auf alle Lebensverhältnisse durchdeklinieren:
Wie viel 
Essen ist genug?
Wie viel Getränke sind genug?
Wie viel
Autofahren ist genug und
wie viel Fahrradfahren?
Wie viel 
Zeit für mich ist genug und für andere?
Wie viel Anerkennung 
ist für mich genug?
Wie viel Schlaf ist genug, wie viel Wohnfläche 
ist genug?
Die biblische Geschichte mit dem Mannah, das die 
Israeliten einsammeln und das immer ausreicht, ist die Urgeschichte des Genug.
Im weiteren Verlauf wird deutlich, dass 
das, was zur Sicherheit für den nächsten Tag zurückgelegt wird, verdirbt. Außer am Ruhetag, denn am Ruhetag sollen sie nicht sammeln. Das am Vortag Gesammelte reicht aus und am Ruhetag verdirbt es nicht.
Diese Geschichte nimmt den Sabbat, den Ruhetag 
vorweg. Eine göttliche Trainingseinheit im Fach Ökonomie des Genug. So ließe sich die biblische Wirtschaftslehre ausdrücken:
eine Ökonomie des Genug.

Faire Informations- und Kommunikationstechnologien

Ganz ehrlich: Nutzen wir nicht gerne und fast selbstverständlich Smartphone, Tablet und Co, genießen die Vorteile eines Smart TV und nutzen Streamingdienste? Machen wir uns bewusst, welchen Einfluss Computer, Internet und elektronische Medien auf unsere Umwelt und unser Klima haben. Lernen wir, wie wir durch einen bewussten Umgang mit IT viel Energie und Rohstoffe sparen können.
In dieser Zeit, in der soziale Kontakte nur eingeschränkt möglich sind, erkennen wir, dass Informations- und Kommunikationstechnologien ein Schatz sein können, um mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben.
Vergessen wir dabei nicht das Leid der Menschen, die die Rohstoffe für unsere Handys und Smartphones liefern: Die schöne Welt der Mobiltelefone hat eine dunkle, blutige Seite. Rebellengruppen im Ostkongo erobern Coltan-Minen und verkaufen illegal das seltene Erz, das für die Herstellung von Handys benötigt wird. Die Zivilbevölkerung wird brutal vertrieben. Vergewaltigungen werden als Kriegswaffe eingesetzt, kritisiert der kongolesische Erzbischof François-Xavier Maroy.

Wenn man weiß,
dass man Coltan verwendet oder kauft,
für das eine ganze Dorfgemeinschaft niedergemetzelt worden ist,
dann muss uns das zum Umdenken bringen.

Erzbischof François-Xavier Maroy

Die Zusage der Rose

Das Volk, das in der Finsternis geht, sieht ein helles Licht;
über denen, die im Land des Todesschattens wohnen, strahlt ein Licht auf.
Aus totem Baumstumpf wächst die ROSE. Sie steht da »wie ein Signal für die Völker«.
Und sie sagt: »Ich liebe dich – mit unendlicher Liebe. Hab keine Angst! Ich bin Mensch geworden – auch für dich. Ich verlasse dich niemals.«
Das Geheimnis der Rose: Weil Gott uns so liebt, können jetzt auch wir lieben –ihn, unseren Gott, und die Menschen.

Um das Coronavirus nicht ausufern zu lassen, begeben wir uns in die Isolation, meiden menschliche Kontakte, die wir eigentlich doch so sehr zum Leben brauchen. Aus Liebe und Fürsorge für uns alle bleiben wir allein.Wie in einem Gefängnis empfindet es manch einer.
Wie die Schwärze der Nacht, kalt und dunkel.

Gott lässt uns in dieser Zeit nicht allein. Seine Liebe ist wie die Rose. Sie schafft Zukunft, wo alles tot zu sein schien.Gottes Liebe schenkt uns Licht, Wärme und Zuversicht. Sie hilft uns, über uns hinauszuwachsen, die Not der anderen zu sehen und ihnen beizustehen.
Vielleicht mit einem Telefongespräch,
vielleicht mit einem Brief,
vielleicht mit einem Einkauf.

Wir können atmen und leben;
denn du, unser Gott, liebst uns immer. Amen.
Nach Gedanken von Theo Schmidkonz SJ 

Für Ihr persönliches Gebet:
bitte nehmen Sie sich eine Rose mit.

5. Fastenwoche – Mobilität und nachhaltiges Reisen

“Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.”  Johann Wolfgang von Goethe

Mobilität in der Corona-Krise:
von 100% auf fast 0% in kurzer Zeit. Die Schöpfung dankt es uns. Sie kann einmal „durchatmen“. 
Wir halten das aus, noch….

Die Corona-Krise bedeutet viele Einschränkungen, aber sie schenkt auch Zeit, um neue, klimafreundliche Reiseziele zu recherchieren.

Nutzen wir diese Zeit für ein anderes Leben nach der Krise! Nutzen wir die Zeit für ein grundsätzliches Umdenken!
Oder wollen wir nur schnell unsere alten Lebensgewohnheiten wieder aufnehmen?

Wir schmieden neue Reisepläne. Was bedeutet für mich Urlaub?
Werden meine Bedürfnisse nur erfüllt,
wenn ich weit weg reise?
Wohin und wie kann ich klimafreundlich verreisen?
Suche ich nach umwelt- und klimafreundlichen Ferienzielen?
Halte ich mich auf der Autobahn an ein freiwilliges Tempolimit von 130 km/h?

Letzte Fastenwoche – Plastikfreies Leben

Mk 11,23: Ich sage euch: Wenn jemand zu diesem Berg hier sagt: ›Heb dich empor und stürz dich ins Meer!‹ und wenn er dabei in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass das, was er sagt, geschieht, wird es eintreffen.
Das kann man natürlich nicht wörtlich nehmen, oder? Das ist schon ein bisschen übertrieben von Jesus –oder sagen wir, man muss das im übertragenen Sinn verstehen. Und es geht ja gar nicht um den Berg.
Wer sollte den einen Berg ins Wasser stürzen wollen?
Es geht um Berge des Alltagslebens. Solche Gedanken gehen mir durch den Kopf, wenn ich diesen Satz lese –wie kann Vertrauen alleine die Kraft haben, einen Berg ins Meer zu stürzen? Aber tatsächlich gibt es etwas, das sehr konkret die Kraft hat, einen richtig großen Berg ins Meer zu stürzen.
In unseren Meeren schwimmt nämlich ein gewaltiger Berg aus Plastik. Geschaffen durch menschlichen Konsum und Wachstumsstreben, durch Ignoranz, durch das Verlangen nach immer mehr.
Die große Frage ist nicht, wie bekommen wir einen Berg ins Wasser gestürzt –sondern wie kommt der Berg aus dem Meer wieder hinaus? Eine wirklich schwierige Aufgabe. Davon steht nichts im Bibeltext.
Können wir das überhaupt wieder in Ordnung bringen? Wir als Menschheit? Oder ist da schon zu viel Müll im Meer? Was soll ich als einzelne Person da schon machen? Ist das nicht aussichtslos?

„… wenn er dabei in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass das, was er sagt, geschieht, wird es eintreffen.“ So steht es in Mk 11,23.
Irgendwie setzt das bei mir Allmachtsphantasien frei. Alles? Wirklich alles? Dann kann ich machen, was ich will? Dann wird mir alles gelingen?

Aber so ist es gerade nicht gemeint. Es ist gerade nicht gemeint, dass ich mir etwas wünsche und dann geschieht es. Nein. Sondern an Gott glauben, das gibt Kraft, das macht mutig, das motiviert. Aus der Kraft der Liebe Gottes etwas tun. Und so zu lieben, so zu glauben –damit kann man Berge versetzen. Lasst uns der Welt zeigen, dass so zu lieben und so zu glauben stärker ist als Konsumieren, Produzieren und Ignorieren! Simon Schu, Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der Ev. Kirche von Westfalen

 

 

 

 

 

 

 

Plastikfreies Leben 


Obst und Gemüse
ohne Plastikverpackung einzukaufen.
Schaffe ich das?

Wieviel Plastikmüll
erzeuge ich in einer Woche?

Der überwiegende Anteil der Plastikproduktion wird für sehr kurzlebige Verpackungen verwendet.  

Jeder Deutsche produziert jährlich etwa 38 kg Plastikverpackungsmüll.

 

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