Hochfest Allerheiligen und der Allerseelentag

Das Hochfest Allerheiligen und der Allerseelentag

In den katholischen Pfarreien wird am 1. November das Hochfest Allerheiligen mit feierlichen Gottesdiensten und am 2. November der Allerseelentag als Gedächtnis aller Verstorbenen begangen. In unserer Pfarrgemeinde gibt es laut aktuellem Wegweiser am Hochfest Allerheiligen zwei Gottesdienste:

Hl. Messen und Gottesdienste an Allerheiligen
10:00            
im Wilhelm-Maxen Haus
18:00            in St. Maria Regina
In der Pfarreikirche St. Raphael und in der Kirche Corpus Christi
sind am Hochfest Allerheiligen keine Hl. Messen.

 

Totengedenken am Samstag, 01. November
15:00            Friedhof Horst
16:00            Friedhof Heitlingen

Totengedenken am Sonntag, 02. November
15:00        Friedhöfe Altgarbsen, Osterwald, Marienwerder, Schloß Ricklingen
16:00        Friedhöfe Planetenring, Berenbostel, anschl. Stelingen

Allerheiligen und Allerseelen stehen in einer inneren Beziehung zueinander, die auch durch die direkte zeitliche Aufeinanderfolge ausgedrückt wird. Sie sind aber nicht identisch.

Das Bild zeigt das Bild “Weltgericht” von Stefan Lochner (ca. 1435):
Die Heiligen ziehen in den Himmel, die Verdammten in die Hölle ein.
Stefan Lochner (circa 1400–1451)

Die Gerichtsbilder des Mittelalters stellen häufig Gerettete den Verdammten gegenüber und erzielen so eine abschreckende Wirkung, ohne zu zeigen, wie man das Heil erlangen kann. Stefan Lochner hat um 1435 dieses Altarbild geschaffen, eines der Hauptwerke der Spätgotik. Zu betrachten ist es im Wallraf-Richartz-Museum in Köln.

Jesus Christus – getragen von zwei Regenbögen – richtet die aus ihren Gräbern Auferstandenen und weist sie mit seinen Händen in den Himmel oder in die Hölle.
Als Fürsprecher der Menschen stehen ihm Maria und Johannes dem Täufer zur Seite.
Die Menschen teilen sich: links streben sie in eine gotische Kirche, rechts werden sie von Satansfiguren zu einer brennenden Kirche gezogen.

Mein Eindruck ist: Wir werden sortiert in „Gute und in Böse“. Die Guten sind alle ganz weiß, blond, brav, rein und zufrieden. Sie werden von Engelchen in Empfang genommen. Nach rechts kommen alle Bösen, Säufer, Zocker, Gierige, Völler, Wolllustige. Sie werden von monsterartigen Dämonen gepackt und ins Feuer gezogen.

Beim weiteren Betrachten wirken die so dargestellten  „Guten“ langweilig. Ganz makellos nackt erscheinen sie, selbstgerecht, angepasst, freudlos und gesichtslos. Und sie lassen sich einsperren. Rechts bei den „Bösen“ ist viel mehr los – da ist Leben.  Die nackt und bloß dargestellten Verdammten kämpfen verzweifelt um ihr (ewiges) Leben – wie manchmal auch im Leben hier auf Erden. Und wie so oft in dieser Welt wirkt „Böses” interessant und „Gutes“ langweilig.

So frage ich mich selber:
Wo stehe ich?
Wo habe ich mich versündigt?
Wo will ich mich versündigen?
Ist mein Kämpfen und Ringen um das Gute
durch mein klägliches Scheitern sinnlos?

Bin ich noch zu retten?

Bilanz meines Gewissens am Tag Allerheiligen und Allerseelen.
Mein kleines Weltgericht.

 

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