Gründonnerstag: Papst wäscht Asylbewerbern die Füße

In der traditionellen Gründonnerstagsmesse hat Papst Franziskus zwölf Menschen in einer Asylbewerberunterkunft nahe Rom die Füße gewaschen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche kniete vor elf Asylbewerbern und einer Mitarbeiterin der Einrichtung nieder, wusch und küsste ihnen die Füße. Der 79-Jährige sprach von einer “brüderlichen” Geste im Angesicht von Krieg und Gewalt.
Gründonnerstag2016

Ausgewählt waren für das Ritual vier Katholiken aus Nigeria, drei Koptinnen aus Eritrea, drei Muslime aus Mali, Pakistan und Syrien, ein Hindu aus Indien sowie eine italienische Mitarbeiterin der Unterkunft. Die Tradition beruht auf der Überlieferung, das Jesus beim letzten Abendmahl vor seiner Kreuzigung seinen zwölf Aposteln die Füße wusch.
“Wir sind alle Brüder und wollen in Frieden leben”, sagte der Papst bei der Messe unter freiem Himmel. Die Anschläge in Brüssel bezeichnete Franziskus als “Geste des Kriegs und der Zerstörung”, begangenen von “Menschen, die nicht in Frieden leben wollen”. “Hinter dieser Geste stecken Waffenschmuggler, die Krieg wollen, nicht Brüderlichkeit”, sagte der Papst.
In den vergangenen Jahren hatte sich Franziskus für die Gründonnerstagsmessen zwei Gefängnisse und eine Einrichtung für Behinderte in Italien ausgesucht. Indem er bereits damals unter anderem Muslimen und Frauen die Füße wusch, brach der Argentinier mit althergebrachten Kirchentraditionen und brachte damit konservative Katholiken gegen sich auf.

Castelnuovo di Porto (AFP)
Gefunden auf: http://www.donaukurier.de

Sehen Sie hier das Video von der Gründonnerstagsmesse in voller Länge:

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