Jahreswanderfahrt 2016

 

Wandern im Allgäu – Siebentägige Reise in die Bergwelt um Oberstdorf
Die diesjährige Wanderfahrt der katholischen Kirchengemeinde St. Raphael in Garbsen war
in doppelter Hinsicht etwas besonderes. Bisher führten diese jährlichen Wanderungen
alternierend an die See oder ins Mittelgebirge: An Nord- und Ostsee, in den Harz und in den
Thüringer Wald. ln diesem Jahr wurde erstmalig in einem viel weiter entfernten, alpinen
Gebiet gewandert, nämlich in Oberstdorf im schönen Allgäu. Zum ersten Mal führte auch
eine Wanderung ins Ausland, und zwar ins Kleine Walsertal in Österreich.
l4 Teilnehmer der Wandergruppe machten sich für 7 Tage mit der Bahn bzw. mit dem Auto
auf den Weg. Unterkunft fanden Sie im Christlichen Gästehaus Bergfrieden, malerisch auf
dem Kühberg oberhalb Oberstdorfs, in der Nähe der bekannten Sprungschanzen, gelegen. Auf
den Berggipfeln, davon mehrere 2000er, lag noch Schnee, aber auf den Wiesen an den
Berghängen blühten schon die ersten Frühlingsblumen.
ln der Nähe von Oberstdorf vereinigen sich drei Bergbäche, die Trettach, die Stillach und die
Breitach aın lllerursprung zur lller, die bei Ulm in die Donau mündet. Begleitet werden diese
Bergbäche von weitgehend ebenen Wanderwegen. Besonders für ältere und nicht alpin-geübte
Wanderer aus dem hügelfreien Garbsen waren diese Wege in der einmaligen Alpenlandschaft
gut zu bewältigen. Das Rauschen der tosenden Wildwasser und der Blick auf Nebelhorn,
Trettach-Spitze und Söller-Eck ließ die Gruppe immer wieder staunen über derartige Natur-
schönheiten.
Fast alle vom Wanderführer Ferdinand Koch geführten Wanderungen konnten bei guten
Wetterbedingungen planmäßig durchgeführt werden. Auf leicht ansteigendem, asphaltiertem
Wanderweg ging es zunächst ins romantische Oytal bis zum Oytalhaus. Dort konnten für den
Rückweg spezielle Bergroller gemietet werden, um bequem nach Oberstdorf zurück zu
rollern. Nach anfänglichem Zögern, entschieden sich immer mehr Teilnehmer der Gruppe für
diese etwas ungewohnte Art der Rückwanderung. – An der schönen Trettach wurde mehrfach
gewandert. Sowohl Trettach aufwärts bis zur Mündung der Oy, als auch abwärts bis zum
lllerursprung.
Der Höhepunkt der Wanderwoche war der Besuch der Breitachklamm. Bei schönstem Wetter
und auf gut begehbaren Wegen erwanderte die Gruppe die Klamm. Die Felswände steigen bis
zu l00 m auf und sind manchmal nur ca. 1 m von einander getrennt. An ihnen haben sich
abstrakte Stein- und Baumformationen gebildet. Die reißende Kraft des Wassers, das starke
Rauschen in der tiefen Schlucht, die ausgeschliffenen Wassermulden und faszinierende
Gebilde, vom Wasser geformt, bestaunten und begeisterten alle Wanderer. Beeindruckt von
diesem Naturereignis rastete die Gruppe am Ufer der Breitach. Sie durchfließt hier, vor ihrem
Eintritt in die Klamm, das zu Österreich gehörende Kleine Walsertal. Auf der Rückwande-
rung durch die wild-romantische Klamm konnten alle gewonnenen Eindrücke noch einmal
vertieft werden.
Am vorletzten Wandertag änderte sich das Wetter, so dass die Bergwanderungen zum
Faltenbach-Tobel und zum Freibergsee nicht stattfinden konnten. Statt dessen wurden auf
festen Wegen die drei St. Loretto-Wallfahrtskapellen bei Oberstdorf besucht und besichtigt.
Da sich der Regen immer mehr verstärkte, fiel der Abschied am Abreisetag allen nicht so
schwer. Mit bleibenden Eindrücken von Oberstdorf und seinen Bergen, Tälern und Bächen
traten alle den Heimweg an. Ferdinand Koch

Die Wandergruppe in der Breitachklamm im Kleinen Walsertal Fotos © Wierse

Wandergruppe2016-3 Wandergruppe2016-2 Wandergruppe2016-1

Print Friendly, PDF & Email