Auf dem Weg zur Erstkommunion

 

Als Familie in der Gemeinde – auf dem Weg zur Erstkommunion

Wenn ich etwas zum ersten Mal tue, brauche ich jemanden, der mir davon erzählt, es mir zeigt und erklärt. Wenn ich als Kind einen neuen Weg gehe, brauche ich jemandem, dem ich vertrauen kann als Begleiter.
Auf dem Weg zur Erstkommunion ist das besonders wichtig. Kommunion heißt Gemeinschaft. Bei der Kommunion feiern wir die Gemeinschaft mit Gott. Diese Gemeinschaft braucht wie jede Beziehung und Freundschaft viele schöne Erlebnisse, Zeit zum Kennenlernen und immer wieder Kontakte, damit die Gemeinschaft lebendig und mir wichtig wird.
Noch vor wenigen Jahren war es so, dass alle katholischen Familien, deren Kind in die 3. Klasse kam, zu einen Elternabend eingeladen wurden. Dort konnten sie ihr Kind anmelden und wählten den Wochentag, an dem ihr Kind dann an wöchentlichen Kindertreffen teilnahm – bis zum Tag der Erstkommunion. Außerdem wurde zu Gottesdiensten eingeladen, zu denen die Eltern, Großeltern oder Erziehungsberechtigten mitgingen oder sie bis zur Kirchentür brachten und anschließend abholten.
Bei den Elternabenden fanden sich immer Erwachsene, meist Mütter, die ehrenamtlich dazu bereit waren, sich darauf vorzubereiten, eine Kindergruppe zu leiten. Sie hießen die Tischmütter. Die Kindertreffen wurden zu guten Gemeinschaften, die mit der Feier ein Happy End fanden.
Diese wöchentlichen Kindertreffen gibt es nicht mehr, und viele Familien bedauern das. Viele Gründe haben dazu geführt: Es gibt kaum noch Elternteile, die bereit sind, die Kindertreffen zu leiten. Manche trauen es sich nicht zu, andere sind beruflich oder privat so eingespannt, dass sie regelmäßige Termine nicht zusagen können. Die Kinder haben oft nachmittags Unterricht und viele andere der Familie wichtige Nachmittagstermine. Gemeinsame Zeiten sind schwer zu finden. Außerdem ist zu beobachten, dass die Erstkommunion für viele Familien ein wichtiges, aber eher kulturelles Ereignis ist: Gehört doch dazu!
Kein Grund ist leichtfertig zu bewerten, schon gar nicht zu verurteilen. Vielmehr gilt es, mit diesen Gegebenheiten nach Wegen zu suchen, die dem Fest der Gemeinschaft und des Glaubens, den Kindern und den Familien, in denen sie leben, gerecht werden. Die wichtigste, ihr Leben prägende, Gemeinschaft des Kindes im Alter von 8 oder 9 Jahren, ist die Familie.
Zusammen mit wenigen Ehrenamtlichen, die seit Jahren die Erstkommunionvorbereitung begleiten, laden wir zu Familien-Weg-Gottesdiensten und Familientreffen ein, und zu Kinder- und Familienveranstaltungen, die es in unserer Gemeinde gibt.
Zu den monatlichen Gottesdiensten kommt kein Kind alleine. Wir feiern mit der Gemeinde Schritt für Schritt die Beziehung zu Gott, und erfahren aus den Texten der Bibel, aus den Liedern und Gebeten und gemeinsamem Tun, was wir Gott bedeuten und wie unser Leben mit ihm gelingen kann. Bei den vier Familientreffen an Samstagen erleben die Kinder sich getragen von ihrer Familie, in Gemeinschaft mit anderen Kindern und Familien. Zusammen erleben sie Gott in ihrem Leben und entdecken miteinander das Geheimnis, dass in den Lebenszeichen von Brot und Wein Gott da ist.
Am Ende des letzten Familientreffens hörte ich, wie ein Vater sein Kind liebevoll ärgern wollte: „Na, wenn wir bei der Erstkommunion alle Brot bekommen, dann müssen wir ja anschließend nicht mehr ins Restaurant gehen. – Antwort des Kindes: „Papa, das Brot bei der Kommunion ist Gott, und der möchte in dein Herz kommen, nicht in deinen Magen.“

Bärbel Smarsli, Gemeindereferentin

 

Vorbereitungsgruppe in Corpus Christi

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Weg-Gottesdienst in St. Maria Regina

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Erstkommunion in St. Raphael (2014)

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Feierliche Erstkommunion (2014)

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