Besichtigung bei eew – Energy from Waste

10 interessierte Gemeindemitglieder trafen sich auf Einladung des Männerverein St. Raphael am Mittwoch, 17.10.17, zur Besichtigung der Müllverbrennungsanlage in Lahe. Vor der Besichtigung und Begehung der Anlage gab es ein Gespräch mit interessanten Informationen über die Leistungsfähigkeit der Verbrennungsanlage, das zugrundeliegende Konzept der Umweltschonung und über den Betreiber dieser Anlage.

Strom aus Abfall ist eine wichtige Ressource; so läßt sich aus einer Tonne Abfall ca. 600 KW Strom erzeugen. Zwei Verbrennungslinien in der hannoverschen Müllverbrennung gewährleisten einen Ganzjahresbetrieb mit einer Kapazität von 280.000 Tonnen Restabfall. Die Anlage wird durch einen Abfallbunker beschickt, der das Wochenvolumen von ca. 5.000 Tonnen speichern kann.
In Hannover wird nur “Restmüll” zusammen mit gewerblichen Abfällen und den nicht verwertbaren Abfällen aus der “gelben Tonne” verbrannt. So werden im Jahr 196.000 Megawattstunden Strom erzeugt. Das ist die Menge, die ca. 57.000 Haushalte pro Jahr an Strom benötigen. Der Müll kommt aus Stadt und Land Hannover und umliegende Landkreise und wird angeliefert z.B. durch AHA und Redmondis.

Die technisch hochentwickelte Anlage gewährleistet eine sichere wie umweltschonende Behandlung von Abfällen. Die im Abfall enthaltenen Schadstoffe werden entweder zerstört oder dem Stoffkreislauf entzogen. Im Wertschöpfungsprozess wird das Abfallvolumen insgesamt um ca. 90% reduziert; der Abfall des verbrannten Abfalls – größtenteils Schlacke – wird im Straßenbau weiter verwendet, Asche wird in stillgelegten Bergwerken gelagert. Durch eine Vielzahl von Filtern und Maßnahmen der Abgasbehandlung ist das Abgas, das die Anlage verläßt, meistens deutlich geringer belastet als Stadtluft.

Die Anlage in Hannover ist mit einer Investition von 1.000 Mio. Euro im Jahr 2005 in Betrieb genommen worden und gehörte mit 15 weiteren Müllverbrennungsanlagen in Deutschland und 2 weiteren in Holland und Luxemburg bis 2013 dem Unternehmen E.ON, jetzt dem Unternehmen EEW Energy from Waste (Energie aus Abfall). Alle deutschen Anlagen erzeugen ca. 1% vom Jahres-Strombedarf unseres Landes und entlasten die Umwelt mit einer Einsparung von 1 Mio Tonnen CO2.

Aber auch bei der thermischen Abfallbehandlung macht Globalisierung nicht Halt: Alleiniger Inhaber der Müllverbrennungsanlagen in Deutschland ist jetzt die Holding Beijing Enterprises Limited aus China. Das Unternehmen der Stadtregierung von Peking betreibt das Müllmanagement von Chinas Hauptstadt und ist dort zugleich Wasser- und Gasversorger. Mit der Übernahme der deutschen Müllverbrennungsanlagen und der Kenntnis der Technologie plant jetzt das Unternehmen, in China 100 ähnliche Anlagen zu bauen.
Text Bernhard Mock / Fotos Benno Nolte

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