Archiv des Autors: Bernhard Mock

Unterwegs in Armenien

Eine Woche war Anfang Oktober eine Gruppe aus St. Raphael, verstärkt von Mitreisenden aus Hannover und Wunstorf, in Armenien, dem Land der Klöster unterwegs. Für viele eine unbekannte Region am Fuße des Kaukasus, ein Hochgebirgsland, zerklüftet, steinig und uralt. Ein Land, an der geographischen und kulturellen Grenze zwischen Europa und Asien gelegen, zwischen Christentum und Islam.

Armenien war der erste christliche Staat der Welt (301 n. Chr.) Viele Zeugnisse der Vergangenheit, aber auch die immensen Probleme der Gegenwart wurden der Gruppe vor Augen geführt. Nach 70 Jahren Sowjetherrschaft versuchen die knapp 3 Millionen Armenier ihren eigenen Weg zu gehen. Die Armut ist groß und die Arbeitslosigkeit hoch. Trotz aller Probleme sind Armenier ein sehr gastfreundliches Volk, das sich nach Frieden und Verständigung sehnt mit seinen Nachbarn, besonders der Türkei und Aserbeidschan.
Text und Bild: Benno Nolte

St. Raphael wanderte im Oktober in der Leineaue

Das Ziel der Wandergruppe St. Raphael im Oktober war die Leineaue auf der Strecke Rethen – Laatzen mit dem Ziel „Wiesendachhaus“.
Nach einer kleinen Andacht in St. Raphael ging’s zur Straßenbahnhaltestelle und mit der Straßenbahn erreichten wir umweltschonend und entspannt bei herrlichstem Wetter unseren Ausgangspunkt der Wanderung: Rethen (Bahnhof). Von dort aus hatten wir in wenigen Minuten die Leineaue erreicht
.

Den größten Teil der Strecke wanderten wir entlang des Flusses oder mit Sicht auf die sich schlängelnde Leine, in die stellenweise noch belaubte Äste und Zweige von Sträuchern oder Büschen hineinhingen. Auf unserem Weg sahen wir die ganze Palette der wunderschönen Herbstfarben, die durch die intensive Sonneneinstrahlung auf die Blätter und Früchte zum Leuchten gebracht wurden.

Da brauchte man nicht viel Fantasie, um zu erahnen, was Friedrich Hebbel in seinem Gedicht „Herbstbild“ sich bei der „Feier der Natur“ vorstellte. Wir fühlten uns jedenfalls an dem Tag wie Gäste auf dieser Feier.

Üblich ist auf Feiern natürlich auch, dass man zusammen isst und trinkt. Das haben wir dann auch im Herbststimmung vermittelnden Biergarten des Wiesendachhauses mit Genuss gemacht. Nachdem alle sich gestärkt und erholt hatten, traten wir an diesem sonnigen Tag den Heimweg an. 
Text und Bild: Ursula Cordes

 

Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag,
wie ich keinen sah!
Die Luft ist still,
als atmete man kaum,
und dennoch fallen
raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte
ab von jedem Baum.

O stört sie nicht,
die Feier der Natur!
Dies ist die Lese,
die sie selber hält,
denn heute löst sich
von den Zweigen nur,
was vor dem milden Strahl
der Sonne fällt.

Ansgar Wucherpfennig aus Garbsen nicht mehr Rektor

 

 

Prof. Dr. Ansgar Wucherpfennig stammt aus Garbsen und war vier Jahre Rektor der Theologisch-Philosophischen Hochschule in Frankfurt.

In der Hochschule studieren ca. 400 Studenten, davon sind ca. 1/3 Seminaristen im Priesterseminar St. Georgen, die aus vielen Diözesen Deutschland zu Priestern ausgebildet werden.

Ansgar Wucherpfennig als Gast beim 50. Kirchweihfest in St. Raphael

Die im Februar 2018 bereits beschlossene Wiederwahl zum 01.10.2018 von Ansgar Wucherpfennig zum Rektor der Hochschule hat jetzt die römische Bildungskongregation verhindert.
Lesen Sie dazu folgenden Artikel der Frankfurter Rundschau.
Offenbar hat die vatikanische Behörde bei der Verweigerung des “Nihil obstat” auf ein Zeitungsinterview aus 2016 Bezug genommen.

Nicht nur der Stadtdekan und die Priester der Stadt Frankfurt, der Ordensobere der Jesuiten in Deutschland und der zuständige Bischof von Limburg stellen sich hinter Prof. Ansgar Wucherpfennig, sondern auch die Bistümer, die ihre Priesteramtskandidaten an der Hochschule St. Georgen ausbilden lassen. 

Wie jetzt vermeldet, habe die vatikanische Behörde mitgeteilt, dass der Vorgang nochmals geprüft werde. Auch wenn – hoffentlich – irgendwann vielleicht doch die “Nihil obstat” – Erlaubnis zur Übernahme des Rektorenamtes erfolgt, bleibt die Schädigung des bisher untadeligen Rufes von Prof. Wucherpfennig – und für Ansgar Wucherpfennig ist es eine bittere Enttäuschung über die persönliche Rücksetzung.

Meine Meinung dazu:
Die Verweigerung  der Besetzung der Rektorenstelle von Prof. Wucherpfennig ist Anmaßung der vatikanischen Behörde und Mißbrauch von Macht und völlig unangebracht. 
Als engagiertes Mitglied der katholischen Kirche kann ich mich nur schämen für solch ein Handeln. 
Als hätte man in Rom nichts mitbekommen über das Subsidiaritätsprinzip und die Diskussion von Machtmißbrauch. Warum kann man nicht miteinander diskutieren und sprechen?
Ob diese Behörde ebenso konsequent und unnachgiebig handelte oder gehandelt hätte bei den Mißbrauchsvorwürfen in den Bildungseinrichtungen der kath. Kirche??
Bisher wohl nicht. Für die Zukunft wäre das dann doch mal eine erfreuliche Nachricht.
Bernhard Mock

Weltkirche zum Anfassen

 

Die Kirchengemeinde St. Raphael konnte am Kirchort St. Maria Regina in der letzten Tagen hautnah erleben, was Partnerschaft mit Bolivien bedeutet.


Alle zwei Jahre im Wechsel kommen Bolivianer im Rahmen der Partnerschaft mit dem Bistum Hildesheim nach Deutschland und es reisen alle zwei Jahre Vertreter/innen der Partnerschaft aus dem Bistum nach Bolivien. Auf diese Weise gibt es einen partnerschaftlichen Austausch: Partnerschaften begegnen sich in Augenhöhe, angestoßene Projekte können sich gegenseitig vorgestellt werden.
Mit Walter Salvador Arancibia Eguez erleben wir seit Februar 2018 einen bolivianischen Freiwilligen, der an unserer Partnerschule in Cotoca sein Abitur gemacht hat. Die Familien und Hauptamtlichen in der KiTa St. Maria Regina und im ökumenischen Sozialprojekt Neuland sind von seiner offenen Art begeistert und möchten ihn nicht mehr missen.
Zur Gebetswoche hatten wir Lourdes aus unserer langjährigen Partnergemeinde Jesus de Machaca und Sulma aus El Torno in unserer Gemeinde zu Gast. Sulma hat Joscha Branahl während seines Freiwilligenjahres in Bolivien begleitet. Beim Sonntagscafé kamen beide mit Gemeindemitgliedern ins Gespräch.


Außerdem gab es am 1.10.2018 den Kaffee-Abend:

Zusammen mit Dr. Dietmar Müßig von der Diözesanstelle Weltkirche im Bistum Hildesheim konnten wir einen bolivianischen Kaffeebauer begrüßen: Celestino Villalobos Apaza aus der Cooperative Pro Agro aus Bolivien, der über “seinen” Kaffeeanbau in Bioqualität und die Weiterverarbeitung der Kaffeebohnen bis zum Export berichtete und allen Zuhörern die Mühe und den Wert seiner Arbeit stolz nahebrachte. Ihm wurden viele Fragen zu seinem Alltag gestellt, was sonst ja nie möglich ist.
Ihm schloss sich Nina Labode von El Puente an, die über die Bedeutung der fairen Preiskalkulation für die Kaffeeproduzenten informierte. Dabei konnten alle Teilnehmer des Abends den Kaffee in seinen leckersten Variationen genießen.
Am Ende des Abends hielt Celestino das Endprodukt seiner Arbeit in den Händen: Seinen Kaffee, den es als unseren Stadtkaffee “Faire Bohne Garbsen” und als unseren Partnerschaftskaffee des Bistums Hildesheims gibt: Café Bolivia.
Was für ein Abend: Alle, die am fairen Handel des Kaffees beteiligt sind, waren in einem Raum!

… und ich freue mich jetzt schon auf den bolivianischen Abend mit Walter am 27. Oktober. Claudia Diering

 

Thomas Müller 25 Jahre berufen zum Diakon

 

 

Das Amt des Diakons

Nach dem II. Vatikanum wurde das Diakonat als eigenes Amt wieder eingeführt.
Mit folgenden Aufgaben und Fragestellungen hat die Kirche den alten Dienst des Ständigen Diakons neu konzipiert:

  • Wer entdeckt die geheimen Nöte, die nicht mit Geld zu beheben sind?
  • Wer tröstet von Mensch zu Mensch, wenn alles zusammenzubrechen scheint?
  • Wer weckt eine christliche Gemeinde auf, die sich nur mit sich selbst beschäftigt?
  • Wer trägt die Not der Menschen auch im Gebet vor Gott hin?

Mit dem Priester gilt der Diakon seit alters her als Helfer des Bischofs. Der Diakon steht für eine Kirche, die den Menschen leiblich und seelisch helfen kann und will. Seine Aufgaben werden ihm vom Bischof übertragen.

Die Sorge des Diakons gilt allen Menschen in Not: Alten, Kranken, Alleinstehenden, Behinderten, Ausgegrenzten.
Er ist das Gewissen der Gemeinde und versucht, andere für die Nöte in ihrer Gemeinde sensibel zu machen und sie zur Mithilfe anzuregen. Diakone helfen
mit, dass sich der solidarische Dienst an der Gemeinde mit dem Dienst am Altar verbindet, es ist sozusagen das Bindeglied zwischen dem Altar und der solidarischen und dienenden Gemeinde.

In brüderlicher Gemeinschaft mit dem Bischof und dem Pfarrer ist der Diakon somit in allen drei Grunddiensten Diakonie, Verkündigung und Liturgie, tätig.
(Klaus Wagner, Diakon)




 

Lieber Diakon Thomas Müller, lieber Pilgerbruder Thomas,

wir danken Dir als Rompilger im Hl. Jahr der Barmherzigkeit 2016
und unterwegs auf Etappen des Pilgerweges Loccum-Volkenroda,
in den Altenheimen als ältere Menschen und deren Angehörige 
und als Mitglieder der Gemeinde von St. Raphael
für Deine Arbeit und Sorge für die Menschen in Garbsen und Marienwerder und bei den Maltesern.

Du hast uns deutlich gemacht,
dass Kirchorte nicht nur unsere Kirchen sind,
sondern auch die Orte,
wo sich Menschen zu Gebet und Andacht zusammenfinden:
in den Altenheimen, im Bestattungsinstitut, in der Pilgerherberge
und bei der Rast im Wald, am Wasser, am Wegesrand.

Mit Dir sind wir als Gemeindemitglieder neue Wege gegangen
und haben unterwegs als Pilger und bei der Tobitwoche
über den Tellerrand unserer Kirchengemeinde geschaut. 

Danke für Führung und Begleitung.

Für die Wegweiserredaktion
Bernhard Mock

 

 

 

 

St. Raphael wanderte im September im Grinderwald

Im 20. Jahr ihres Bestehens sollte die September-Tour an die Gründung der Wandergruppe St. Raphael im Jahre 1999 erinnern. Deshalb wurde die Wanderstrecke auf den selben Weg gelegt, der bei der allerersten Wanderung am 14. September 1999 gegangen wurde. Aus Rücksicht auf die älter gewordenen Wanderer betrug die jetzige Strecke etwa 8 km. Sie führte – wie damals – durch den Grinderwald, einem größeren Waldgebiet zwischen Neustadt und Nienburg.

Ausgangspunkt und Ziel war das Dorf Eilvese, ein Ortsteil von Neustadt. Bei schönem, sonnigem Wetter ging es auf vorwiegend schattigen Wegen durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Der Wanderweg führte vorbei am Uhlenberg, am Lehmberg und den Eckbergen, für die die Wanderkarte eine Höhe von 91 m über NN angibt. Zu Zeiten des hannoverschen Königshauses diente der Grinderwald als Jagdgebiet. Dazu stand in Linsburg ein Jagdschloß, in dem sich u. a. Kurprinzessin Sophie Dorothea und Graf Königsmarck trafen.

27 Personen hatten sich zur Erinnerungs-Wanderung eingefunden. Als christliche Wandergruppe begann die Wanderung mit einer kurzen Andacht in der ev.-luth. Kirche in Eilvese. Zum gemeinsamen Mittagessen waren noch 2 Wanderehepaare gekommen. Darunter unser Ehrenwanderführer Ronald Lerch mit seiner Frau Regina, der zu den Gründern der Wandergruppe 1999 gehört. Ronald Lerch war auch damals der Organisator der ersten Wanderung der neugegründeten Gruppe durch den Grinderwald. Von den insgesamt 31 anwesenden Wanderfreunden waren immerhin 8 Wanderer schon bei der ersten Wanderung 1999 mit gewandert.

Im Cafe Luise in Eilvese klang die Erinnerungs-Wanderung mit einem gemeinsamen Mittagsessen aus, das wir wegen des sonnigen Wetters im Freien einnehmen konnten. Wanderführer war Ferdinand Koch.

50. Kirchweihfest in St. Raphael

 

Ein Jahr lang hat sich der Kirchort St. Raphael mit einer Vielzahl von Veranstaltungen auf das Kirchenjubiläum vorbereitet.

Am Samstagabend, 8. September 2018, wurde das Jubiläum eingeleitet mit einem Orgelkonzert. Die 12-Apostel-Kerzen erleuchteten die Kirche ganz feierlich. Ulrich Grimpe hatte sich ein Programm vorgenommen, dass die Klangstärke und den warmen Ton der kleinen aber feinen Orgel in St. Raphael herausstellte. Nach einem Glas Sekt in der Pause ging es beschwingt mit Mozart weiter und endete mit der Europahymne in einer Bearbeitung für die Orgel.

Am Sonntag, 9. September, kamen viele Gäste zum Festgottesdienst nach St. Raphael. Während der Predigt wurden Filmaufnahmen der Kirchweihe von St. Raphael und St. Johannes gezeigt. “Was wäre eine Kirche ohne die Menschen“, fragte Pfarrer Lindner und ließ in seiner Predigt Gemeindemitglieder von Ihrer Verbundenheit zur Kirche und zur Gemeinde St. Raphael berichten.

Frau Pastorin Muckelberg von der evangelischen Nachbarkirche Willehadi lobte die ökumenische Zusammenarbeit aller Christen in Garbsen: „Gegenseitig bewegen, das ist Ökumene.“ Bürgermeister Dr. Grahl wies auf die Wichtigkeit der Kirchen und deren Einrichtungen für den Ortsteil Auf der Horst hin: „Wir – die Stadt Garbsen – tun gut daran, die Zusammenarbeit gegenüber den Kirchen zum Wohle der Menschen zu pflegen.“

Der Kirchenstandort St. Raphael hat seine Partnergemeinde in Südindien. Dort im indischen Bundesstaat Kerala hat ein verheerendes Hochwasser Wohnung, Saatgut und Lebensgrundlage vieler indischer Familien vernichtet. So wird die Kollekte des Gottesdienstes zusammen mit den Spenden beim Orgelkonzert in Höhe von 1.596 € an Father Jojo gegeben, der aus Kerala stammt, und die Gelder unmittelbar an die bedürftigen Menschen weitergibt.

Bilder: Thomas Hillebrand

 

 

Konzert auf der St.Raphael-Orgel am 8. September 2018

Bei der Planung des Jubiläumsjahres kam auf eine Anfrage im Juni 2017 an Herrn Ulrich Grimpe wegen eines Orgelkonzertes die Antwort: “Vielen Dank für die Anfrage, über die ich mich sehr freue”.

Herr Grimpe war Orgelschüler bei St. Raphaels ehemaligen Pfarrer Norbert Kaesehage und hat das Orgelspielen auf der St. Raphaels-Orgel und beim C-Kurs in Hannover erlernt; später studierte er Kirchenmusik in Regensburg und Detmold. Seit 1992 ist er im Bistum Münster tätig, zunächst als Regionalkantor in Warendorf, dann als Diözesanmusikreferent und Orgelsachverständiger im Bischöflichen Generalvikariat Münster.

Aus dem Programm des Jubiläumskonzertes haben wir per Smartfon vier Musikstücke mitgeschnitten. Trotz der unprofessionellen Qualität der Aufnahmen können Sie erahnen, mit welcher Spielkunst und Fingerfertigkeit Herr Grimpe zur Freude der über 100 Zuhörer/Innen und zum Lobe Gottes die Orgel von St. Raphael zum Klingen brachte.       

 

Gordon Young (1919-1998): Cathedral Suite mit
Praeludium-Aria-Rigaudon-Sarabande-Toccata

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791):
Ausschnitte aus Konzertrondo D-Dur

Enrico Pasini (* 1937): Cantabile “For You”

Harm Hoeve (* 1964): “Joyful, Joyful, we adore you”

Bilder Thomas Hillebrand

Wir danken Herrn Grimpe für einen wundervollen Abend und freuen uns, wenn wir ihn wieder einmal auf unserer Raphael-Orgel spielen hören können.     

Auf ausdrücklichen Wunsch der ZuhörerInnen baten wir zum Schluß des Konzertes um eine Spende für die Opfer der Hochwasserkatastrophe im südindischen Bundesstaat Kerala. 

Bernhard Mock