Archiv des Autors: Bernhard Mock

St. Raphael wanderte am 14. August im Süntel

Kapelle in Hülsede

 

Von St. Raphael ging es in Fahrgemeinschaften nach Hülsede,
nahe Lauenau. In der alten, gotischen Dorfkirche, die vollständig mit
biblischen Szenen ausgemalt ist,
wurde die Wanderandacht gehalten.

Am Ortsrand von Hülsede begann die Wanderung in den Süntel zum Dachtelfeld (Höhenunterschied 236 m). Eine Dachtel war bei den alten Sachsen eine Ohrfeige. Und diese wurden 882 an die Franken verteilt, die den Sachsen mit wenig christlichen Methoden das Christentum näher bringen wollten. Diese Schlacht endete mit einem deutlichen Sieg der Sachsen. Noch heute gibt es oben im Süntel Flurbezeichnungen wie Blutbachtal und Totental, die an diese Auseinandersetzungen erinnern.
Unser Aufstieg wurde durch Baumfällungen behindert. Beim Versuch, die Wegsperrung – durch den Wald – zu umgehen, kamen wir an eine hohe Böschung, die zunächst unzugänglich schien. Dennoch gelangten alle 18 Wander/er/innen, gehalten von starken Armen, wieder sicher auf den Wanderweg.
Auf dem Dachtelfeld versorgten wir uns aus dem Rucksack in einer Schutzhütte. Anschließend bewunderten alle die botanische Seltenheit der Süntelbuchen. Durch die herabhängenden Äste wirken diese Buchen wie große Hallen oder Säle. Auf dem selben Weg ging es zurück nach Hülsede zu den Autos. Der Bogen, den man spannen kann von der Schlacht auf dem Dachtelfeld bis zur gotischen Kirche in Hülsede, gab viel Gesprächsstoff über die Einführung des Christentums in unserer Gegend.
Text Ferdinand Koch, Bilder Heinrich Müller

St. Raphael wanderte im Juli zum Bickbeernhof Brokeloh

Bei idealem Wanderwetter – trocken und nicht zu heiß – machten sich 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Wandergruppe St. Raphael vom Bickbeernhof Brokeloh aus auf den Weg. Auf dem lag schon nach kurzer Strecke inmitten der Moorlandschaft das Rittergut Brokeloh, ein idyllisches Anwesen mit einer wechselvollen, tausendjährigen Geschichte. Erst als Herrensitz genutzt, dann von dem Adelsgeschlecht derer von Münchhausen zum Schloss ausgebaut. Heute ist es schon fast 300 Jahre im Eigentum einer Familie, die auch die dazugehörigen Ländereinen bewirtschaftet. Ehe wir vom Dorfrand aus den Hermann-Löns-Weg erreichten, fiel unser Blick auf eine alte, nostalgisch anmutende gelbe Telefonzelle am Straßenrand und ein danebenstehendes gelbes Postfahrrad. In dem Korb, in dem früher die Tasche des Postboten mit den Briefen ihren Platz hatte, blühten bunte Sommerblumen. Auf kleinen Regalen in der Telefonzelle konnte man Modelle von landwirtschaftlichen Fahrzeugen bewundern. Eine witzige Idee!
Nach knapp der Hälfte des Weges erreichten wir eine leichte Erhebung, den Tempelberg, von wo man den Blick bis zur Porta Westfalica schweifen lassen konnte. Angeblich haben die alten Germanen dort ihre Götterfeste gefeiert und den Ort vielleicht sogar als Thingplatz genutzt. Woran es aber keinen Zweifel gibt? Die Brokeloher veranstalten dort jedes Jahr ihr Osterfeuer, haben eine Schutzhütte errichtet und den Platz im Rahmen des „Land-Art“ Projektes mit Tier-Metallskulpturen auf Steinen gestaltet. Ein idealer Platz für unsere Rast und eine Information über das Leben von Hermann Löns. Da gab es Verwunderliches zu hören, was dann auf unserem weiteren Weg durch Feld und Flur für reichlich Gesprächsstoff sorgte. Schade, dass die Heide noch nicht blühte. Winzige rosafarbene Punkte waren an den Pflanzen aber schon bei genauerem Hinsehen zu erkennen, die aber noch Zeit brauchen, um sich zu einer blühenden Heidelandschaft zu entwickeln.
Vor dem Erreichen unseres Ziels machten wir noch einen kleinen Abstecher, um auf den westlich unserer Route gelegenen Heye Glas See einen Blick zu werfen. Danach hatten wir nur noch eine kurze Strecke zu bewältigen, ehe wir am Bickbeernhof ankamen und Durst und Hunger mit vielfältigen Blaubeerprodukten stillen konnten. Saft, Schorle oder Obstwein zu Hefeklößen oder Kartoffelpuffern mit Blaubeerkompott waren ein solcher Genuss, dass die Idee aufkam, den Bickbeernhof im nächsten Jahr als Wanderziel wieder einzuplanen.
Bild und Text: Ursula Cordes

 

Fronleichnam: ein Fest für Leib und Seele

In meiner Erinnerung in über 60 Jahren hat immer wieder an Fronleichnam die Sonne geschienen. So positiv spricht dieses Fest die Sinne und das Innere des Menschen an.

Heute an Fronleichnam 2019 schien die Sonne tatsächlich: im Gottesdienst am Kirchturm von St. Maria Regina erklangen erfrischend junge Lieder, und die Predigt unseres Neupriesters und Kaplans Björn Schulze führte hin zum Sinn des Festes.
Und anschließend die farbenfrohe Prozession mit über 400 Gemeindemitgliedern, Blaskapelle und Bannern zu den Altarstationen im Werner-Baesmann-Park und auf dem Dorfplatz in Berenbostel. Beim Gehen im Prozessionsschritt und beim gemeinsamen Gesang erschloss sich in eigener Weise der Inhalt und die Bedeutung der uralten Texte der Prozessionslieder.
An jeder Station und zum Abschluss in der Kirche wurden die Gläubigen und die am Rande  stehenden Zuschauer mit dem eucharistischen Brot gesegnet.

Nach diesem Fest für die Seele brauchte auch der Körper Erfrischung. Gemeindemitglieder hatten Kuchen gespendet, viele HelferInnen aus allen Kirchenstandorten sorgten für Speis und Trank und brachten die Kinder in Bewegung. Ein Malteserfahrzeug mit zwei Sanitätern war für Notfälle anwesend – brauchte aber nicht einzugreifen.

Mein Wunsch: könnten sich doch unsere Kirche und unsere Gläubigen in der Öffentlichkeit viel öfter so positiv darstellen wie heute an Fronleichnam 2019.